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	<title>Mark. Alder &#187; Hirn</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Mark. Alder</title>
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	<itunes:author>Mark. Alder</itunes:author>
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		<title>Spiegelein, Spiegelein&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Feb 2012 20:12:15 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<description><![CDATA[In seinem Buch Fast im Jenseits: Oder warum Gott Frankenstein liest beschreibt David Eagleman mögliche Szenarien, was uns nach dem Tod erwarten könnte. Vor allem ein Szenario, überschrieben mit „Spiegel“, hat mich zum Nachdenken angeregt: Wenn du stirbst, bist du noch nicht tot. Sterben ist ein zweistufiger Prozess. Nachdem du also das erste Mal gestorben [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Spiegel.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-578" title="Spiegel" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Spiegel-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>In seinem Buch <a id="static_txt_preview" href="http://www.amazon.de/gp/product/3833306637/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3833306637" target="_blank">Fast im Jenseits: Oder warum Gott Frankenstein liest</a> beschreibt David Eagleman mögliche Szenarien, was uns nach dem Tod erwarten könnte. Vor allem ein Szenario, überschrieben mit „Spiegel“, hat mich zum Nachdenken angeregt:</p>
<p><em>Wenn du stirbst, bist du noch nicht tot. Sterben ist ein zweistufiger Prozess. Nachdem du also das erste Mal gestorben bist, wachst du in einer Art Zwischenreich auf, in dem sich auch alle Menschen versammelt haben, mit denen du je Kontakt hattest im Leben.</em></p>
<p><em>Jeder Mensch hat viele Facetten. Auch du. Da du jedoch immer in deinem Kopf lebtest, fiel es dir leichter, die Wahrheit über andere Menschen zu sehen als über dich selber. So warst du gezwungen, dein Leben mit Hilfe anderer Menschen zu leben, die Spiegel für dich hochhielten. Manchmal hast du diese Spiegel ignoriert, sie für falsch gehalten und dich nicht danach gerichtet. Du hast deshalb gewisse Spiegelungen anderer Menschen über dich ausgefiltert. Andere wiederum hast Du angenommen und Dich danach gerichtet. Zusammengenommen bleibt aber die Erkenntnis, dass sich der grösste Teil deines Lebens in den Köpfen anderer Menschen abgespielt hat.</em></p>
<p><em>Im Zwischenreich, in dem du nach dem ersten Sterben angekommen bist, werden nun diese Fragmente von dir selbst, die auf all diese Köpfe verteilt sind, gesammelt, zusammengetragen und zusammengesetzt. Ohne deinen eigenen Filter siehst du dich das erste Mal klar, ungefiltert. Du siehst zum ersten Mal die Wahrheit über dich. Und das erst tötet dich endgültig.</em></p>
<p>Diese Idee, die Eagleman hier skizziert, ist faszinierend. Sie zeichnet ein Bild von uns, das unserem gängigen Verständnis zuwider läuft. Wohl sind wir uns bewusst, dass andere Menschen ein Bild von uns haben. Hat jedoch jemand ein Bild von uns, das nicht unserem Selbstbild entspricht, neigen wir zur Annahme, dass das daher rühre, dass der andere uns nicht richtig kenne. Würde er uns nur wirklich kennen, so denken wir, so müsste er sein Bild von uns anpassen. Wir gehen also davon aus, dass nur wir selber uns wirklich kennen, da nur wir selber alle Facetten von uns wahrnehmen können. Diese Vorstellung scheint uns intuitiv richtig zu sein, obwohl wir uns immer nur aus der gleichen, einzig möglichen Perspektive wahrnehmen. &#8211;</p>
<p>Demgegenüber besteht eine wirkungsvolle und relativ bekannte Problemlösetechnik darin, die Perspektive zu wechseln, das Problem aus einem anderen Blickwinkel anzuschauen. Wenn man sich in eine andere Person versetzt und sein Problem aus deren Blickwinkel betrachtet, dann kann das helfen, klarer zu sehen, neue Zusammenhänge wahrzunehmen und dadurch das Problem schliesslich lösen zu können. Auch das scheint intuitiv richtig zu sein.</p>
<p>Es gibt hier also einen kleinen Widerspruch: Grundsätzlich sind wir der Meinung, dass ein Perspektivenwechsel zu mehr Klarheit führt, uns also der Wahrheit näher bringt. Diesen Schritt jedoch sind wir nur in bestimmten Situation bereit zu machen, eben dann, wenn wir vor einem für uns unlösbaren Problem stehen.</p>
<p>Diesen Widerspruch kann man nur dann aufheben, wenn man anerkennt, dass andere häufig besser sehen als man das selber tut. Wenn es um uns selber geht, kann man die Perspektive nicht wechseln. Wir sind in unserem Kopf drin (so zumindest die Wahrnehmung in der westlichen Welt) und von dort aus nehmen wir alles uns Betreffende wahr.</p>
<p>Zwar anerkennen wir, dass andere Leute ein anderes Bild von uns haben könnten, behalten uns die Wertung über diese Fremdbilder jedoch entschieden selber vor. Und genau an diesem Punkt könnten wir irren. Ein faszinierender Gedanke jedenfalls!</p>
<p style="text-align: center;">Man nimmt sich selber, das ist klar,<br />
Sehr eingeschränkt nur immer wahr.<br />
Doch andere sehen viele Seiten,<br />
Drum hör auf sie doch schon bei Zeiten.</p>
<p style="text-align: right;">8/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=576&amp;md5=2cde912415d7518242a6c978088522d7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Über das Lernen und das Recht auf Vergessen</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Feb 2012 19:11:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Liste]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanke]]></category>
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		<category><![CDATA[Recht]]></category>
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		<description><![CDATA[Gedanken zur EU-Forderung nach einem „Recht auf Vergessen“ im Internet. Das Internet wird gelegentlich mit einem weltumspannenden Hirn verglichen. Es zumindest als Gedächtnis der Menschheit zu bezeichnen ist naheliegend. Und von da ist es nur noch ein kleiner Schritt, auch die Lerngewohnheiten des Internets mit denen des menschlichen Hirns zu vergleichen. Lernen heisst nach landläufiger [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><em>Gedanken zur EU-Forderung nach einem „<a href="http://www.google.ch/search?aq=f&amp;sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8&amp;q=recht+auf+vergessen#q=recht+auf+vergessen&amp;hl=en&amp;newwindow=1&amp;source=lnms&amp;ei=9s0uT-62EsaA-waf1qH-DQ&amp;sa=X&amp;oi=mode_link&amp;ct=mode&amp;cd=1&amp;ved=0CCAQ_AUoAA&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb&amp;fp=e23112199fdcb284&amp;biw=1362&amp;bih=607" target="_blank">Recht auf Vergessen</a>“ im Internet.</em></p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/forget-David.jpeg"><img class="alignleft size-medium wp-image-550" title="forget David" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/forget-David-224x300.jpg" alt="" width="224" height="300" /></a>Das Internet wird gelegentlich mit einem weltumspannenden Hirn verglichen. Es zumindest als Gedächtnis der Menschheit zu bezeichnen ist naheliegend. Und von da ist es nur noch ein kleiner Schritt, auch die Lerngewohnheiten des Internets mit denen des menschlichen Hirns zu vergleichen.</p>
<p>Lernen heisst nach landläufiger Ansicht, im Kopf ein Gedankengebilde bauen, eine mentale Repräsentation des Lernstoffes. Und Vergessen ist dann der Prozess, bei dem dieses Gebäude wieder zerfällt. Robert Bjork, Director des UCLA Learning and Forgetting Labs und Professor für Psychologie, sagt in einem <a href="http://www.wired.com/geekdad/2012/01/everything-about-learning/" target="_blank">Wired Artikel</a>, häufig sei das genaue Gegenteil der Fall. Wenn wir etwas lernen, so Bjork, dann vergessen wir das tatsächlich nie mehr. Vielleicht können wir uns nicht mehr an die Telefonnummer unseres besten Freundes aus der Kindheit erinnern. Bjorks Forschung hat aber gezeigt, dass falls wir an diese Nummer erinnert würden, wir sie viel schneller und besser wieder behalten können, als eine andere, neue Telefonnummer.</p>
<p>Das menschliche Hirn verfügt also über unlimitierten Speicherplatz. Falls wir aber tatsächlich alles aktiv behalten würden, würde uns das massiv verlangsamen. Wir „vergessen“ deshalb beispielsweise Telefonnummern, die wir nicht mehr benötigen, um den Zugriff auf aktuelle Nummern zu beschleunigen. „Vergessen“ heisst aber nicht, dass das Wissen  nicht mehr im Kopf wäre, es heisst bloss, dass der Zugriff darauf momentan nicht, oder nicht so gut, möglich ist.</p>
<p>Auch das Internet hat unlimitierten Speicherplatz. Die global verfügbare Datenmenge verdoppelt sich etwa alle 1.5 Jahre. Dabei versteht sich von selber, dass ein grosser Teil dieser Datenmenge Müll ist. Und gemessen an dem mich interessierenden Teil ist sogar das aller-allermeiste auf dem Internet Informationsmüll. Die Kunst besteht nun darin, das Internet dazu zubringen, sich bloss an das relevanten Wissen zu „erinnern“. Mit anderen Worten muss ich das für mich relevante Wissen aus dem Datenhaufen Internet fischen. Üblicherweise macht man das mit Suchmaschinen. Üblicherweise heisst diese Suchmaschine Google. Und das hat einen guten Grund!</p>
<p>Google hat nämlich als erste erkannt, dass man die Relevanz einer Webseite nicht feststellen kann, wenn man nur diese eine Webseite anschaut und beispielsweise die Häufigkeit eines bestimmten Begriffes zählt oder feststellt, ob der gesuchte Begriff im Titel, am Anfang oder Ende oder bloss in den Fussnoten des Textes vorkommt. Die Relevanz einer Webseite ergibt sich vielmehr aus dem Gesamtzusammenhang: Google begann damit, die Links zu zählen, die auf eine Webseite zeigen. Je mehr Links auf eine Webseite zeigen, desto relevanter ist sie.</p>
<p>Google hat also erkannt, dass das Internet ein Abbild des menschlichen Gehirns ist. Auch im Hirn wird Wissen gespeichert. Und wir behalten diejenigen Wissensinhalte aktiv im Gedächtnis, die mit möglichst vielen anderen Wissensinhalten verknüpft sind. Relevante Wissensinhalte sind also die, die in unserem Hirn durch möglichst viele Synapsen mit anderen Wissensinhalten verbunden sind.</p>
<p>Wenn auf dem Internet eine Webseite an Relevanz verliert, dann zeigen immer weniger Links auf sie. Die Webseite bleibt erhalten, es wird bloss immer schwieriger, sie zu finden. Und so passiert es auch in unserem Kopf. Das Wissen bleibt immer erhalten, bloss der Zugriff, das Erinnern, wird bei „vergessenen“ Inhalten erschwert.</p>
<p>Das menschliche Hirn kennt noch eine andere Form des Vergessens: Traumatische, unangenehme oder peinliche Situationen können verdrängt werden. Weil man es nicht erträgt, sich daran zu erinnern, „vergisst“ man diese Situationen. Wenn die verdrängten Erlebnisse unverarbeitet sind, so das psychologische Küchenwissen, dann sind diese Inhalte eine tickende Zeitbombe. Irgendwann holen sie einem ein.</p>
<p>Die EU fordert nun ein „Recht auf Vergessen“ im Internet. Sie meint damit aber nicht das über längere Zeit langsame Verschwinden von Links im Internet. Nein, was die EU fordert ist die Möglichkeit eines proaktiven Vergessens von Inhalten auf dem Internet. Definitives Vergessen, eben Löschen, geht aber weder im Hirn noch im Netz. Das richtige Wort wäre „Verdrängen“, gefordert wird nämlich vielmehr ein „Recht auf Verdrängen“.</p>
<p>Die Möglichkeit des Verdrängens per Gesetzt im Internet einführen zu wollen ist eine schlechte Idee. Dann wie im Hirn schafft man sich damit auch im Netz keine Lösung – im Gegenteil! Daten, die „gelöscht“ wurden, werden durch diesen Vorgang nämlich plötzlich viel interessanter und damit werden „verdrängte“ Inhalte auch im Netz zu einer Zeitbombe&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">Sich alles merken wär&#8216; vermessen,<br />
Es braucht zum Wissen das Vergessen.<br />
Es löschen geht nicht, trotz anstrengen,<br />
Was höchstens geht ist das Verdrängen!</p>
<p style="text-align: right;">5/52</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=544&amp;md5=d2f2452f4c7d878acda773c65b5c575d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Du bist alles &#8211; und nichts</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:14:20 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die Luft, die du ausatmest, atme ich ein. Der Gedanke, den ich äussere, schwirrt in deinem Kopf herum (lies nur weiter, du wirst schon sehen  ). Soweit ist das ja ganz in Ordnung. Sobald etwas meinen Körper verlässt (Luft, Schallwellen), bin ich nicht mehr Herr darüber. Also für uns ist das in Ordnung. Für uns, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Luft, die du ausatmest, atme ich ein. Der Gedanke, den ich äussere, schwirrt in deinem Kopf herum (lies nur weiter, du wirst schon sehen <img src="http://www.i-do-method.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";-)" /> ).</p>
<p>Soweit ist das ja ganz in Ordnung. Sobald etwas meinen Körper verlässt (Luft, Schallwellen), bin ich nicht mehr Herr darüber. Also für uns ist das in Ordnung. Für uns, die wir ein Konzept von “Ich” im Kopf haben, welches im Grossen und Ganzen als Hautsack, der Fleisch und Knochen umschliesst, definiert werden kann. Alles,  was sich innerhalb meiner Haut befindet, darüber kann ich verfügen, ausserhalb davon ist die Aussenwelt, der ich ausgeliefert bin. Der Flügelschlag eines Schmetterlings in Hinterindien verursacht einen Gewittersturm in Westeuropa. Aber ich habe nichts damit zu tun.</p>
<p>Dieses Konzept ist falsch. Trägst du eine Armbanduhr oder ein Schmuckstück? Bist du das? Nein, das bist nicht du, das ist dein Schmuckstück, deine Uhr. – Aber der Arm, der das Schmuckstück trägt, bist das du? Nein nein, das ist dein Arm. – Und wie ist es mit dem Körper, an dem der Arm baumelt? Wieder Fehlanzeige, das ist bloss dein Körper. – Wenn wir noch einen Schritt weiter gehen, dann bist es vielleicht du, der zu mir spricht, der mir antwortet? Nein, das ist bloss deine Stimme, sind bloss deine Worte, die durch deinen Mund artikuliert werden. – Ok, aber jemand muss ja dem Mund befehlen, zu sprechen, und ihm auch vorgeben, was er sagen soll. Bist das du? Nein, das sind deine Gedanken. – Und der Stolz auf das Schmuckstück? Das sind deine Gefühle.</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2010/08/chime.jpg"><img class="size-medium wp-image-82 alignleft" title="chime (c) philippkeusen.com" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2010/08/chime-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Ja aber wo ist des denn, dieses “Ich”? Huhuh? Atmest Du noch? Wächst du noch immer deine Haare, schlägst du dein Herz? Siehst du, was hier steht? Ich meine, ist das etwas, was du <em>machst</em>? Organisierst du das funktionieren deiner Augen? Kümmerst du dich um deine Atmung, deine Gefühle, deine Gedanken? Oder ist es nicht eher so, dass das alles einfach passiert? Deine Atmung, deine Gedanken, deine Gefühle, alles passiert, geschieht. So wie auch die Wellen auf dem Meer geschehen, der Sonnenaufgang und die Lawine. Der Wind geschieht heute vielleicht kühl, der Himmel passiert blau und das Meer wogend. Die Atmung geschieht flach, die Gedanken aufgewühlt. Alles ist ein riesengrosses Geschehnis, ein Happening. Und alles bist du! Alles gehört untrennbar zusammen. Es besteht kein Unterschied zwischen dem Geschehen deines Atems und dem Geschehen des Windes. Beides ist Luft, die sich bewegt.</p>
<p>Ich meine: Atmest du? Dein Atmen, dein Denken, dein Fühlen, dein Hören, dein Sehen, all das <em>machst </em>du nicht, es passiert.</p>
<p>Du kannst deine Gedanken nicht kontrollieren (oder hör mal auf zu denken!). Deinen Herzschlag auch nicht. Deine Atmung nur sehr eingeschränkt (oder atme mal für 5 Minuten nicht). Und deinen Bewegungsapparat so mehr oder weniger (Handstand? Salto?).</p>
<p>Viel zutreffender wäre: das Hirn denkt (nicht Ich denke), das Herz schlägt, das Universum bewegt sich, und ich füge mich ein. Denn nur wenn sich das Universum an der entsprechenden Stelle einzieht, kann ich meinen Arm dort ausstrecken! Sowieso brauchen wir dieses Konzept von “Ich” sehr undifferenziert. Wir sagen: mein Haus, mein Freund, meine Hose, meine Magengrube, meine Gedanken. Aber: die Luft, das Wasser, die Erdanziehung. Als ob das eine zu uns gehört, und das andere nicht. Ohne Haus und Freund könnten wir problemlos überleben, ohne Luft und Wasser jedoch nur sehr kurze Zeit.</p>
<p>Der Flügel eines Schmetterlings in Hinterindien schlägt – einen Gewittersturm tobt in Westeuropa – dein Herz schlägt – in deinem Kopf toben Gefühle. Alles passiert einfach. Für sich, miteinander, nacheinander, durcheinander. Natürlich gibt es Ursachen und Wirkungen, aber das geschieht nicht in Ketten, in Linien.  Ursache und Wirkung geschehen netzförmig. Jede Ursache ist die Wirkung mindestens einer anderen Ursache. Jede Wirkung hat also mehrere Ursachen. Und alles läuft nicht von der Vergangenheit in die Zukunft, sondern auch in die andere Richtung! (Aber davon ein andermal mehr!)</p>
<p>Nimm dich nicht so wichtig – nur so wichtig, wie du wirklich bist. Du bist Teil vom Ganzen. Das Ganze aus dem Blickwinkel eines Teils. Alles hat die Bedeutung, die du ihm gibst. Das ist alles, was du dazu beiträgst. Nicht mehr und nicht weniger.</p>
<p style="text-align: right;">(<a href="http://blog.markdot.com/bibliographie/" target="_self">mehr dazu</a> bei Alan Watts und Steve Grand)</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=80&amp;md5=6ae470cb923e9489a06f84cccda6f73f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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