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	<title>Mark. Alder &#187; Kultur</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Mark. Alder</title>
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	<itunes:author>Mark. Alder</itunes:author>
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		<title>Gedanken zum Gedicht</title>
		<link>http://blog.markdot.com/gedanken-zum-gedicht/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Oct 2013 19:57:11 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Gedicht]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Heutzutage liest man keine Gedichte mehr. Man braucht sie einfach nicht mehr. Sie sind ein Opfer des Fortschrittes geworden. Alle Gedicht-Einsatzgebiete sind heute durch effizientere Methoden ersetzt worden. Schauen wir uns zum Beispiel den Merkvers an. Über lange Jahrhunderte und Jahrtausende, als die Schrift noch nicht erfunden war oder noch nicht allgemein gebräuchlich, war der [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/Gedicht.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-621" title="Gedicht" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/Gedicht-300x300.jpg" width="300" height="300" /></a>Heutzutage liest man keine Gedichte mehr. Man braucht sie einfach nicht mehr. Sie sind ein Opfer des Fortschrittes geworden. Alle Gedicht-Einsatzgebiete sind heute durch effizientere Methoden ersetzt worden.</p>
<p>Schauen wir uns zum Beispiel den Merkvers an. Über lange Jahrhunderte und Jahrtausende, als die Schrift noch nicht erfunden war oder noch nicht allgemein gebräuchlich, war der Merkvers die beste Möglichkeit, etwas über längere Zeit im Gedächtnis behalten zu können. Hier als Beispiel so ein Merkvers für Politiker:</p>
<p style="text-align: center;">Der Mensch merkt auf, wenn einer spricht<br />
und ihn mit gutem Wort besticht.<br />
Drum rede klar und schwafle nicht,<br />
so gibt das deiner Red&#8216; Gewicht.</p>
<p>An diesem Beispiel sieht man einerseits, dass es bedauerlich ist, dass es keine Merkverse mehr gibt. Andererseits ist aber auch klar, dass man sich (gerade als Politiker) nicht alles merken kann, was man sagt &#8211; und das oft auch gar nicht will. Darum:</p>
<p style="text-align: center;">Sich alles merken wär’ vermessen,<br />
Es braucht zum Wissen das Vergessen.<br />
Es löschen geht nicht, trotz anstrengen,<br />
Was höchstens geht ist das Verdrängen.</p>
<p>Und wenn man doch mal dringend was wissen muss, hat man ja Google und Wikipedia. Unser Gedächtnis ist also ausgelagert.</p>
<p>Auch andere traditionelle Anwendungsfälle des Gedichtes sind hinfällig geworden. So brauchen wir keine Kinderreime mehr, denn die Kinder sind mit TV und Smartphone beschäftigt. Und wenn sie mal gerade nicht Angry Birds auf dem Mobiltelefon spielen, dann sind sie damit beschäftigt, den Erziehungsberechtigten aus dem Zeitalter der Gedichte die Funktionsweise dieser Geräte zu erklären.</p>
<p>Auch Trinksprüche und Lebensweisheiten müssen nicht mehr gereimt werden. Die Trinker vergessen sie eh immer wieder und Lebensweisheiten vermittelt uns die Werbung.</p>
<p>Auch die Literatur, einst Heimat von Balladen und Sonetten, hat sich vom Endreim verabschiedet und findet, infolge fehlender Unterstützung durch die Buchpreisbindung, wie einige sagen würden, ihre Erfüllung in Thrillern und Krimis.</p>
<p>Eine einzige Bastion hält sich tapfer, das soll nicht unerwähnt bleiben, auch wenn es sich dabei um gesungene Reime handelt: Die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=A8rIU8lCj3M" target="_blank">Schnitzelbänke</a>, insbesondere der Basler Fasnacht.</p>
<p>Das Fazit aber bleibt trotzdem bestehen: Das Gedicht ist verdrängt, ersetzt und abgelöst. Und ich finde das gut. Es war höchste Zeit für eine Veränderung nach Jahrtausenden unnötiger Merkverse, peinlicher Trinksprüche und alberner Kinderreime. Endlich ist im jungen 21. Jahrhundert das Gedicht befreit von uralten Zwängen und Konventionen und kann sich in neue Bereiche vorwagen, neue Medien und Verbreitungsmöglichkeiten nutzen und damit neue Leserkreise erschliessen. Der Regelbruch als Aufbruch:</p>
<p style="text-align: center;">Es gibt Regeln, Konventionen,<br />
Sie befolgen tut nicht lohnen:<br />
Wenn man diese Regeln bricht,<br />
bringt das weiter das Gedicht.</p>
<p style="text-align: right;">12/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=616&amp;md5=001f7f3b5b375f475aa112bd108909d3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Hype</title>
		<link>http://blog.markdot.com/hype/</link>
		<comments>http://blog.markdot.com/hype/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 15 Nov 2011 20:12:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Zumindest im deutschsprachen Raum ist „Hype“ ein neues Wort. Das Phänomen aber kennen wir schon lagen: Harry Potter ist ein Beispiel, das Waldsterben war ein anderes. Traditionellen Medien können Hypes erzeugen, auch wenn Hypes immer eine gewisse Dynamik haben. Da die Medienschaffenden jedoch eine in sich geschlossene Gruppe sind, die sich gegenseitig beeinflusst und fördert, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zumindest im deutschsprachen Raum ist „Hype“ ein neues Wort. Das Phänomen aber kennen wir schon lagen: Harry Potter ist ein Beispiel, das Waldsterben war ein anderes.</p>
<p>Traditionellen Medien können Hypes erzeugen, auch wenn Hypes immer eine gewisse Dynamik haben. Da die Medienschaffenden jedoch eine in sich geschlossene Gruppe sind, die sich gegenseitig beeinflusst und fördert, ist es möglich, Themen zu erzeugen. Man kann das während politischen Wahlen immer sehr gut beobachten. Die Partei mit den grössten Finanzreserven kann mit ihren Plakaten und weiteren Werbemassnahmen ein Thema setzen, das dann den Wahlkampf beherrscht. Dieses Thema kann im Gesamtkontext völlig irrelevant und unwichtig sein. Aber wenn der Hype einmal erzeugt ist, dann ist die Vernunft dagegen machtlos. Zu behaupten, die Medien oder die politischen Parteien nähmen nur die Themen auf, die die Leute tatsächlich beschäftigten, ist eine Ausrede. Die Huhn-oder-Ei-Frage stellt sich bei einem solch klaren Machtgefälle einfach nicht. Die unorganisierte Masse ist machtlos gegen einen finanziell potenten Medien- und/oder Politapparat.</p>
<p>Ganz anders ist das im Internet. Hier kann auch ein Einzelner am Anfang eines Hypes stehen. Ein Internethype unterscheidet sich aber von einem Hype in den traditionellen Medien: Im Internet ist es kaum mehr möglich, einen Hype zu erzeugen. Im Internet entstehen Hypes. Der Einzelne, der am Anfang steht, hat den Hype deshalb nicht erzeugt, sondern er stand einfach, mehr oder weniger zufällig, am Anfang einer Bewegung. Er löste sie aus, hat aber keine Macht über die weitere Entwicklung.</p>
<p>Aus der Chaostheorie wird das schöne Bild des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schmetterlingseffekt" target="_blank">Schmetterlings</a> in Brasilien kolportiert, dessen Flügelschlag einen Tornado in Texas auslöst. Der Schmetterling hat damit den Orkan nicht verursacht, er stand bloss am Anfang einer Kausalkette.  Im Internet sind solche Schmetterlinge beispielsweise <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Justin_Bieber" target="_blank">Justin Bieber</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Planking" target="_blank">Planking</a>, oder das Mobiltelefonspiel <a href="http://www.rovio.com/en/our-work/games/view/1/angry-birds" target="_blank">angry birds</a>. Diese Hypes wurden nicht von klassischen Medien erzeugt (höchstens allenfalls verstärkt), sondern sie entstanden. Die Mechanismen, die dazu führten, sind unbekannt und unerkennbar – auch wenn social media Experten das nicht wahrhaben wollen.</p>
<p>Die Antwort liegt letztlich in der Chaostheorie.  Internethypes sind als nicht gemacht oder hergestellt, sondern entstanden und gewachsen. Das ist die völlig neue Dimension, die das Internet gebracht hat. Eine deutsche Übersetzung von Hype, „Wirbel“, klingt zwar nicht so sexy, trifft aber den Punkt. Auch ein Wirbel hat einen Anfang, einen Auslöser. Doch ist es nicht dieser Anfang, der den Wirbel beherrscht, eher umgekehrt.</p>
<p>Nassim N. Taleb (in: <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3596190584/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3596190584">Wie hat das Internet Ihr Denken verändert? Die führenden Köpfe unserer Zeit über das digitale Dasein</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3596190584" border="0" alt="" width="1" height="1" />, Hrsg. von John Brockman) hat es schön auf den Punkt gebracht: <em>Das Internet führt durch die Verbreitung von Informationen zu einer Zunahme der wechselseitigen Abhängigkeiten, zum Ausufern von Modeerscheinungen.</em> Neben ‚Modeerscheinungen’ braucht er noch ein anderes Synonym für Hype: <em>Technologien sind zwar das Grösste auf der Welt, aber sie haben ungeheuerliche Nebeneffekte – die man ausserdem selten rechtzeitig erkennt.</em> Dank des Internets wissen wir immer mehr, weil das gesammelte Wissen der Menschheit jederzeit sofort verfügbar ist. Gleichzeitig nimmt aber auch die Vorhersagbarkeit ab: Jederzeit kann ein Internethype entstehen mit ungeahnten Auswirkungen auch ausserhalb des Internets.</p>
<p>Fatal wird es, wenn man die Logik traditioneller, erzeugter Hypes auf die Internetwelt anwenden will, denn das funktioniert nicht. Internethypes sind zwar in der Regel grösser als traditionell erzeugte Hypes, aber man kann sie nicht erzeugen, sie passieren. Sie sind nicht rational, sondern folgen irrationalen, chaotischen Gesetzmässigkeiten – wobei diese Formulierung natürlich ein Widerspruch in sich ist.  Das hat zum Einen Konsequenzen für Leute, die gerne einen Hype erzeugen möchten. <a href="http://gapingvoid.com/">Hugh MacLeod</a> hat das in <a href="http://www.amazon.de/gp/product/159184259X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=159184259X">Ignore Everybody: and 39 Other Keys to Creativity</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=159184259X" border="0" alt="" width="1" height="1" /> treffend ausgedrückt:  <em>If your business plan depends on suddenly being “discovered” by some big shot, your plan will probably fail. </em></p>
<p><em></em> Immerhin, soviel Trost muss sein, kann die Wahrscheinlichkeit erhöht werden, am Anfang eines Hypes zu stehen: Durch kontinuierliche harte Arbeit. Denn in der Chaostheorie gelten die Regeln der Wahrscheinlichkeit. Angry Birds zum Beispiel war das fünfzigste Spiel, das die Firma <a href="http://www.rovio.com/" target="_blank">Rovio</a> entwickelte. Es passiert nicht über Nacht, es braucht harte Arbeit.  Und die zweite Hälfte der Konsequenzen sind noch wichtiger: Erkennen den Hype, und erkenne ihn als solchen!</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2011/11/NY-cab-front1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-459" title="NY cab front" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2011/11/NY-cab-front1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Nur weil alle in eine Richtung rennen, heisst das nicht, dass die Richtung die richtige ist auch für dich. Das chaotische Internet ist anfällig für die Entstehung von Hypes. Und der Mensch ist anfällig, einem Hype blind zu folgen – mit teilweise fatalen Folgen. Das zeigt die gegenwärtige Finanzkrise eindrücklich. Wobei man anfügen muss, dass auch die Idee der Finanzkrise letztlich ein blosser Internethype ist&#8230;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=449&amp;md5=fc9a0c434c5b619c1860934b2ba90db3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Von der Monotonisierung der Welt</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Jan 2011 13:35:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Stärkster geistiger Eindruck von jeder Reise in den letzten Jahre, trotz aller einzelnen Beglückungen: ein leises Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in  den äusseren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles Schema.“ „Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr Städte [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">„Stärkster geistiger Eindruck von jeder Reise in den letzten Jahre, trotz aller einzelnen Beglückungen: ein leises Grauen vor der Monotonisierung der Welt. Alles wird gleichförmiger in  den äusseren Lebensformen, alles nivelliert sich auf ein einheitliches kulturelles Schema.“</address>
<p><br class="spacer_" /></p>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">„Immer mehr scheinen die Länder gleichsam ineinandergeschoben, die Menschen nach einem Schema tätig und lebendig, immer mehr Städte einander äusserlich ähnlich.“</address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><span style="font-family: Georgia, 'Times New Roman', 'Bitstream Charter', Times, serif; line-height: 19px; white-space: normal; font-size: 13px;">Diese Zitate stammen aus dem Aufsatz <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518014935?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3518014935">Die Monotonisierung der Welt</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3518014935" border="0" alt="" width="1" height="1" /> von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig" target="_blank">Stefan Zweig</a>. Wer hat das nicht schon selber erlebt: Wo immer man hinkommt, Starbucks, McDonalds, H&amp;M, Nike, Coca Cola waren schon vor uns da. Und der Schluss ist naheliegend, dass sich diese äussere Monotonie auch nach innen wenden muss. Weil die Menschheit zunehmend gleichgeschaltet ist durch TV und Internet liegt es nahe, dass auch eine „Gleichartigkeit der Seelen“ entsteht. Zweig führt das vor allem darauf zurück, dass alle Welt zur gleichen Musik tanzt und den gleichen Sport treibt. Alles Individuelle werde zertanzt und zersportet. Dass sich die Körper immer ähnlicher werden, weil alle an den gleichen Fitnessgeräten die gleichen Muskeln trainieren, kann jeder selber beobachten (<a href="http://www.google.com/images?hl=en&amp;newwindow=1&amp;biw=1173&amp;bih=778&amp;tbs=isch:1&amp;sa=1&amp;q=sixpack&amp;aq=0&amp;aqi=g4g-s1g2g-s1g2&amp;aql=&amp;oq=sixp" target="_blank">Beispiel</a>).</span></p>
<p>Als Grund für diese Verflachung ortet Zweig eine Kraft, die nicht zu überwältigen sei:</p>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">„Denn sie alle erfüllen das höchste Ideal des Durchschnittes: Vergnügen zu bieten, ohne Anstrengung zu fordern. … Wenn die Menschheit sich jetzt zunehmend verlangweiligt und monotonisiert, so geschieht ihr eigentlich nichts anderes, als was sie im Innersten will.“</address>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2011/01/sail.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-258" title="sail" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2011/01/sail-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Wer nickt zu solchen Worten nicht innerlich und streckt seinen Zeigefinger in Gedanken schon aus, um auf all die anderen zu zeigen…</p>
<p>Was irritierend ist, ist die Tatsache, dass Zweig diesen so aktuell scheinenden Aufsatz schon 1925 geschrieben hat, vor bald 100 Jahren also. Das lässt zwei mögliche Schlüsse zu: Entweder ist die Monotonisierung der Welt etwas, was vor 100 Jahren ihren Anfang genommen hat und sich seither zunehmend verschlimmert und zugespitzt hat. Oder die Klage über die Monotonisierung der Welt vergleichbar mit derjenigen über die Jugend, die ja angeblich immer schlimmer wird. Wenn letzteres nämlich zuträfe, dann würde heute niemand mehr Kinder in die Welt setzen: Die Verrohung der Jugend nahm nämlich nicht erst vor 100 Jahren ihren Anfang. Nein,  die Griechen hatten offenbar schon vor 2‘500 Jahren damit zu kämpfen, wie folgendes Zitat von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sokrates" target="_blank">Sokrates</a> belegt<sup class='footnote'><a href='#fn-242-1' id='fnref-242-1' onclick='return fdfootnote_show(242)'>1</a></sup>:</p>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.“</address>
<address style="padding-left: 90px; text-align: right;"></address>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Kurzum, ich denke, dass die Klage über die Monotonisierung der Welt keine Tatsache ist, sondern dass es sich dabei um ein Problem der Wahrnehmung handelt. So wie sich offenbar bei allen Menschen die Wahrnehmung auf dem Weg vom jugendlichen ins Erwachsenenalter verschiebt, so ist auch unsere Wahrnehmung anderer Kulturen verzerrt.</p>
<p>So wie schwangere Frauen plötzlich überall andere Schwangere sehen und Männer mit Haarausfall schlagartig von Glatzköpfen umgeben scheinen, so sehen wir in fremden Städten auch zuerst das bekannte. So ist unsere Wahrnehmung eingestellt, wir sind trainiert darauf, Muster zu sehen.</p>
<p>Eingedenk dieser Tatsache finde ich Zweigs Vorschlag zur Rettung vor der Monotonisierung sehr befolgungswürdig:</p>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">„Flucht, Flucht in uns selbst. Man kann nicht das individuelle in der Welt retten, man kann nur das Individuum verteidigen in sich selbst.“</address>
<p><br class="spacer_" /></p>
<p>Wenn wir also das nächste Mal vor der Frage stehen, ob wir das neueste Gadget wirklich anschaffen, den letzten Modeschrei tragen oder unsere Ferien in der angesagtesten Destination verbringen sollen, dann hält Zweig einen ganz handfesten Rat bereit, der aktueller ist denn je:</p>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;">Nicht hochmütig wegsehen, nicht frech sich weghalten, sondern zusehen, zu erkennen suchen und dann wissend ablehnen, was uns nicht zugehört, und wissend erhalten, was uns notwendig erscheint.“</address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<address style="padding-left: 60px; text-align: right;"></address>
<p>_______________</p>
<div class='footnotes' id='footnotes-242'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-242-1'>andere Quellen übersetzten dieses Zitat aus Platons Dialog &#8222;Der Staat&#8220; anders, beispielsweise so: Der Lehrer fürchtet und hätschelt seine Schüler, die Schüler fahren den Lehrern über die Nase und so auch ihren Erziehern. Und überhaupt spielen die jungen Leute die Rolle der alten und wetteifern mit ihnen in Wort und Tat, während Männer mit grauen Köpfen sich in die Gesellschaft der jungen Burschen herbeilassen <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-242-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=242&amp;md5=190b18d9e4659b2f1b900d608e12410a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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