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	<title>Mark. Alder &#187; Gesetz</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Von der Füllfeder zur Computermaus</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 18:55:23 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Information wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte unterschiedlich transportiert. In grauer Vorzeit war alle Information mündlich. Der Mensch lebte im akustischen Raum. Mit der Erfindung der Schrift, mit dem Federkiel, änderte sich das. Die Welt wurde visuell und Wissen war plötzlich auch dem Auge zugänglich. Man konnte Information ausserhalb des Kopfes aufbewahren. In dieser Zeit existierten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Maus-und-Feder.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-626" title="Maus und Feder" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Maus-und-Feder-300x298.jpg" width="300" height="298" /></a>Information wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte unterschiedlich transportiert. In grauer Vorzeit war alle Information mündlich. Der Mensch lebte im akustischen Raum.</p>
<p>Mit der Erfindung der Schrift, mit dem Federkiel, änderte sich das. Die Welt wurde visuell und Wissen war plötzlich auch dem Auge zugänglich. Man konnte Information ausserhalb des Kopfes aufbewahren. In dieser Zeit existierten jedoch die mündliche und die schriftliche Übermittlung von Information parallel nebeneinander.</p>
<p>Die Füllfeder wurde abgelöst durch den Buchdruck, welcher die Visualisierung verschärfte. Während der sogenannten <a href="http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">Gutenberg-Klammer</a>, also nach Erfindung des Buchdruckes, wurde dann die orale Übermittlung von Wissen im grossen Stil von der visuellen abgelöst. Information war nun primär schriftlich.</p>
<p>Schrift aber ist zuerst einmal seriell. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Seite für Seite, ja Buch für Buch eignen wir uns das Wissen an. Wissen wird einer Schnur gleich erworben, auf die Perle um Perle aufgefädelt wird.</p>
<p>Gedruckte Schrift ist auch universell. Alle lesen dasselbe. Und Wissen wird durch den Buchdruck zunehmend als Produkt wahrgenommen. Wissen ist nicht mehr ein Prozess, ein Fluss, etwas, das sich fortlaufend weiter entwickelt. Wissen wird in dieser Zeit zu etwas, das man besitzt, etwas, das einem gehört.</p>
<p>Mit der Einführung des Computers verändert sich das wieder. Wissen ist nicht mehr seriell. Hypertext verhindert, dass ein Text von vorne bis hinten durchgelesen wird. Wir nehmen Information springend auf, wir hüpfen von Happen zu Happen. Wissen wird wieder zu einem <a href="http://blog.markdot.com/versionen-nicht-originale/%20http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">Prozess</a>, ist nicht mehr Produkt. Damit erklären sich auch die gegenwärtigen Probleme mit dem Copyright im Internet (mehr dazu <a href="http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">hier</a>).</p>
<p>Wissen ist auch nicht mehr universell. Jeder erschliesst sich das Wissen in einer anderen Reihenfolge, mit anderen Prioritäten und Gewichtungen. Wir sind also wieder im ursprünglichen akustischen Raum, den wir uns jetzt aber visuell erschliessen. Die Spirale hat sich einmal gedreht, wir sind eine Runde weiter gekommen. Von der Füllfeder zur Computermaus.</p>
<p>Spannend ist, dass die Wissenschaft, das Schulsystem und unser Denken noch im Füllfederzeitalter stecken. Es bleibt also spannend!</p>
<p style="text-align: center;">Die Bücher liest man linear.<br />
Doch Hypertext und Internet,<br />
Die sind, und das ist wunderbar,<br />
Vernetzt, verzahnt, verlinkt komplett!</p>
<p style="text-align: right;">13/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=625&amp;md5=73294d49359c1e453de80c5e68dc8ad1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gutenberg-Klammer und Copyright</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Mar 2013 18:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Buch]]></category>
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		<description><![CDATA[Die „Gutenberg-Klammer“ bezeichnet die Erkenntnis, dass der Buchdruck eine Besonderheit, eine Ausnahmeerscheinung ist in der Geschichte der Menschheit. Vor der Gutenberg-Klammer wurde Information mündlich weiter gegeben. Sie hat sich bei der Weitergabe verändert und weiter entwickelt. Information war also nichts statisches, sie wurde als Prozess verstanden, nicht als Produkt. Information war nicht denkbar ohne den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Gutenberg-Klammer“ bezeichnet die Erkenntnis, dass der Buchdruck eine Besonderheit, eine Ausnahmeerscheinung ist in der Geschichte der Menschheit.</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/i-nformation.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-599" title="i-nformation" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/i-nformation-300x298.jpg" width="300" height="298" /></a>Vor der Gutenberg-Klammer wurde Information mündlich weiter gegeben. Sie hat sich bei der Weitergabe verändert und weiter entwickelt. Information war also nichts statisches, sie wurde als Prozess verstanden, nicht als Produkt. Information war nicht denkbar ohne den Kontext des Erzählers und der Zuhörer. Entsprechend gab es auch kein Gefühl von Eigentum dabei, denn die Information wurde im Prozess der Wiedergabe jedes Mal aufbereitet für die konkrete Situation und die aktuellen Zuhörer.</p>
<p>Nach der Erfindung des Buchdruckes durch Gutenberg wurde Information zunehmend als Produkt wahrgenommen und es entstand ein Gefühl von Besitz. Das hing damit zusammen, dass mit dem Buchdruck ein neues ökonomisches Modell eingeführt werden musste. Vor Gutenberg wurden Bücher von Kopisten von Hand kopiert. Wer also ein Buch wollte, der hat einem Kopisten Geld gegeben, damit er das Buch abschreibt. Für den Buchdruck hingegen war dieses Modell nicht mehr tauglich. Jetzt war Kapital nötig, bevor man einen einzigen Käufer für ein Werk hatte. Dieses Risikokapital musste anschliessend wieder eingespielt werden. Der Buchdrucker (und nicht der Autor eines Werkes!) hatte also ein Interesse daran, dass der Inhalt des von ihm gedruckten Buches geschützt werden konnte, weil die Verbreitung der Information kapitalintensiv war.</p>
<p>Auch wurde Information wegen des Buchdruckes zunehmend linear, eben Zeile für Zeile wahrgenommen. Wenn man Information liest sind keine Rückfragen an den Erzähler möglich.</p>
<p>Gegenwärtig befinden wir uns im Ausgang aus der Gutenberg-Klammer. Information wird zunehmen wieder zum Prozess, die Produkt-Eigenschaften treten in den Hintergrund. Information wird von Klick zu Klick weiter gegeben und unterwegs verändert. Man nennt das mash-up. Information ist nicht mehr linear, sondern vernetzt. Auch deswegen nimmt das Bewusstsein von Besitz ab. Im Internet fliesst Information, sie ist nicht mehr statisch Man könnte fast den Eindruck bekommen, als würde Information wieder in ihren Ur-Zustand versetzt, den sie all die Jahrhunderte und Jahrtausende vor dem Buchdruck hatte. Nur dass sie diesmal viel schneller und global fliesst.</p>
<p>Und wie schon zu Beginn der Gutenberg-Klammer hinkt auch diesmal das Gesetzt den tatsächlichen Gegebenheiten hinterher. 1450 hat Gutenberg sein erstes Werk gedruckt. Man geht davon aus, dass es sich dabei um die Lateinische Grammatik von Donatus handelte. Die Geschichte Gutenbergs ist sehr schön beschrieben in der Kindle-Single von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B007EI62I0/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B007EI62I0%22" target="_blank">Jeff Jarvis, Gutenberg the Geek</a>.</p>
<p>Im deutschsprachigen Raum gab es erst 450 Jahre später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts Urheberrechtsgesetze, nachdem naturrechtliche Philosophen im ausgehenden 18. Jahrhundert die philosophischen Grundlagen für die Idee des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geistiges_Eigentum" target="_blank">geistigen Eigentums</a> entwickelt hatten.</p>
<p>Im Ausgang aus der Gutenberg-Klammer bleibt dem Reicht nicht mehr so viel Zeit, sich anzupassen. Gelebte Wirklichkeit und rechtlicher Rahmenbedingungen klaffen schon jetzt sehr weit auseinander. Nicht nur kann das geltende Recht im Bereich der Urheberrechtsgesetzgebung nicht mehr angemessen durchgesetzt werden (das alleine würde auch niemals ausreichen), sondern empfindet die Gesellschaft rechtlich verpönte Handlungen nicht nur als erlaubt, sondern geradezu als zwischenmenschliche Pflicht! Wenn mich ein Kollege bittet, ein eBook, eine CD oder einen Film zu kopieren gibt es einfach keinen Grund, das nicht zu tun. Es kostet mich nichts, braucht fast keine Zeit und teilen ist schliesslich eine Tugend. Dieses Dilemma zwischen gelebter und rechtlicher Wirklichkeit muss aufgehoben werden. Und das geht vernünftigerweise nur, wenn sich das Recht anpasst.</p>
<p>Im Ausgang aus der Gutenberg’schen Klammer ist also der Gesetzgeber gefordert, der Information zum freien Fluss zu verhelfen, den sie schon immer genoss. Ausser in der verhältnismässig kurzen Zeit innerhalb der Gutenberg-Klammer.</p>
<p style="text-align: center;">Gutenberg hat ihn erfunden,<br />
Bald ist wieder er verschwunden,<br />
Denn der Buchdruck, welch ein Jammer,<br />
Ist historisch bloss ne Klammer.</p>
<p style="text-align: right;">10/52</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=596&amp;md5=c681bd1ea427d0fb904aec18213eeda5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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