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	<title>Mark. Alder &#187; network</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Lernen 2.0: Ein Exposé</title>
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		<pubDate>Sun, 20 May 2012 11:39:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Als älteste Universität gilt die Universität Bologna, „deren Gründungsdatum von ihren eigenen Historikern mit dem Jahr 1088 angegeben wird“ – wie Wikipedia süffisant bemerkt. Das sind über 920 Jahre Geschichte des Lehrens. Und was hat sich in dieser Zeit getan? Nicht viel, muss man sagen. Alle paar hundert Jahre ist eine neue Fakultät dazu gekommen. [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/Wandtafel.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-731" title="Wandtafel" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/Wandtafel-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Als älteste Universität gilt die Universität Bologna, „deren Gründungsdatum <em>von ihren eigenen Historikern</em> mit dem Jahr 1088 angegeben wird“ – wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Universit%C3%A4t#Mittelalterliche_Universit.C3.A4ten" target="_blank">Wikipedia</a> süffisant bemerkt. Das sind über 920 Jahre Geschichte des Lehrens. Und was hat sich in dieser Zeit getan? Nicht viel, muss man sagen. Alle paar hundert Jahre ist eine neue Fakultät dazu gekommen. Sonst war die Einrichtung der Universität während 900 der vergangenen 920 Jahren beständig und hat allem Wandel getrotzt.</p>
<p>Aber in den letzten 20 Jahren, da ist einiges in Bewegung gekommen. Mit dem Aufkommen des Internets hat ein tiefgreifender Wandel vom Lehren zum Lernen stattgefunden, der auf Webseiten wie <a href="uncollege.org" target="_blank">uncollege.org</a> gipfelt. Uncollege ist eine soziale Bewegung, die davon ausgeht, dass das System der höheren Bildung, eben die Universitäten, unnötig und unzeitgemäss sind. Uncollege propagiert und unterstützt deshalb die selbst gesteuerte höhere Bildung. Hinter Uncollege steht Dale Stephens, ein knapp 20jähriger Unternehmer, der das College abgebrochen hat, weil, wie er <a href="http://edition.cnn.com/2011/OPINION/06/03/stephens.college/index.html" target="_blank">sagt</a>, dort Konformität statt Unabhängigkeit, Wettbewerb statt Kollaboration, Wiederkäuen statt Lernen und Theorie statt Praxis vermittelt und belohnt würden. Anders ausgedrückt wird dort gelehrt, das Lernen hingegen wird systematisch verhindert.</p>
<p>Damit ist Stephens in guter Gesellschaft. Die Liste der College-Abbrecher unter den Silicon-Valley-Grössen ist lang und illuster, Steve Jobs, Mark Zuckerberg und Bill Gates sind nur drei Beispiele unter vielen (vgl. dazu die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_college_dropout_billionaires" target="_blank">List of college dropout billionaires</a>).</p>
<p>Die formalisierte traditionelle Bildung verhindert Kreativität, Innovation und Neugierde &#8211; Eigenschaften, die in unserer gegenwärtigen Welt von zentraler Bedeutung sind. Zu diesem Schluss kommt auch der „IBM-Philosoph“ <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Dueck" target="_blank">Gunter Dueck</a> in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3821865504/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3821865504" target="_blank">Professionelle Intelligenz</a>.</p>
<p>Dueck stellt fest, dass der Buchdruck und damit die freie Verfügbarkeit von Büchern zu „Enlightement“ geführt habe, zur Aufklärung im Kant’schen Sinn: Aufklärung als Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Heute hingegen tragen wir das Wissen der ganzen Welt dauernd in der Hosentasche mit uns herum. Damit werde, so Dueck, das einstige Enlightement erweitert zum Empowerment.</p>
<p>Das Internet also als Ermächtiger, welcher das Lernen im individuellen Lern- und Arbeitsstil ermöglicht. Damit einher geht die „Degradierung“ des ehrwürdigen Professors vom „Sage on the stage to the guide on the side“, wie es im Amerikanischen so treffend heisst. Professoren werden im Internetzeitalter also zu Coaches, das weckt natürlich Kritik. Aber, stellt Dueck fest, Medienkritik sei alt, sehr alt, und er zitiert zur Veranschaulichung aus Platons Phaidros-Dialog, wo es um die Erfindung der Schrift geht: „Also nicht ein Mittel zur Kräftigung, sondern zur Stützung des Gedächtnisses hast du gefunden. Und von Weisheit gibst du deinen Lehrlingen einen Schein, nicht die Wahrheit.“</p>
<p>Was ist also so tiefgreifend anders geworden mit dem Internet? Der amerikanische Journalismus- und Kommunikationsprofessor <a href="http://www.douglasthomas.com/" target="_blank">Douglas Thomas</a> führt die neue Kultur des Lernens in seinem gleichnamigen (englischsprachigen) <a href="http://www.amazon.de/gp/product/1456458884/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=1456458884" target="_blank">Buch</a> auf drei Prinzipien zurück: (1) Die alten Lehrformen sind nicht fähig, mit der sich immer rascher verändernden Welt Schritt zu halten. (2) Neue Medienformen vereinfachen peer-to-peer Lernen. (3) Peer-to-peer Lernen wird erweitert durch neue Technologien, welche die kollektive Natur der neuen Medien formen.</p>
<p>Kollaboration ist also der zentrale Begriff sowohl bei Stephens’ Uncollege, bei Duecks Professioneller Intelligenz und auch bei Thomas’ neuer Kultur des Lernens.</p>
<p>In der Möglichkeit des kollaborativen Lernens liegt der grosse Vorteil und die grosse Hoffnung des Internets: Zusammen sind wir stark! Zusammen haben wir mit <a href="http://www.wikipedia.org/" target="_blank">Wikipedia</a> eine globale Enzyklopädie geschaffen. Aber das war erst der Anfang!</p>
<p>Der jungenhaft wirkende Carnegie Mellon Informatikprofessor <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Luis_von_Ahn" target="_blank">Luis von Ahn</a> geht noch einen Schritt weiter, er will das Internet übersetzen. Gratis! Seine Idee ist bestechend: Er kombiniert das Erlernen einer Fremdsprache, das er gratis anbietet, mit dem Übersetzen von Sätzen und Abschnitten von Webseiten. 25 Sprachschüler, die alle den gleichen Abschnitt übersetzen, ersetzen einen professionellen Übersetzer. Das Modell scheint zu funktionieren, die Webseite <a href="http://duolingo.com/" target="_blank">duolingo</a> ist in public beta. Derzeit kann man erst Deutsch und Spanisch lernen, Ausgangssprache ist Englisch.</p>
<p>Die <a href="http://www.pirateuniversity.org/" target="_blank">Pirate University</a> und <a href="http://aaaaarg.org/login" target="_blank">aaaaargh.org</a> übertragen die Idee von file- und music sharing auf wissenschaftliche Papiere.</p>
<p>Wenn solche Ideen greifen, dann sind das ein weiteres Beispiel, wie neben den notorischen und vielzitierten <a href="http://www.khanacademy.org/" target="_blank">Khan Academy</a> oder den <a href="http://ocw.mit.edu/index.htm" target="_blank">MIT open courseware</a> das Internet das Lernen und das Leben tiefgreifend verändert.</p>
<p>Die Fähigkeit des lebenslangen Lernens ist die menschliche Eigenschaft, die uns einzigartig macht auf diesem Planeten. Lernen ist unsere killer app (Dueck). Darum: Durch besseres Lernen zu besseren Menschen zu einem besseren Leben in einer besseren Welt&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">In uns&#8217;rer Zeit, der sehr modernen<br />
Ist&#8217;s einfach, lebenslang zu lernen:<br />
Man macht&#8217;s gemeinsam und vernetzt<br />
Im Internet, und Hier und Jetzt!</p>
<p style="text-align: right;">20/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=729&amp;md5=36478ae1e8386ebad7a2b4e45fe78882" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mystische Erfahrungen mit Twitter</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 18:56:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich las kürzlich mal wieder in einem Buch von einem meiner Lieblings-Philosophen, Alan Watts, über die Illusion des Ich &#8211; naja, der Mensch lebt ja bekanntlich nicht vom Brot allein&#8230; Alan Watts plädiert darin für ein grundlegend neues Verständnis unserer Existenz. Das Buch wurde 1966 geschrieben, also kurz vor der Erfindung des Internets. Genau vierzig [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.philippkeusen.com/"><img class="size-medium wp-image-695 alignleft" title="Tramkabel-Netz" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Tramkabel-Netz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Ich las kürzlich mal wieder in einem Buch von einem meiner Lieblings-Philosophen, <a href="http://alanwatts.com/" target="_blank">Alan Watts</a>, über die <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442217172/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3442217172" target="_blank">Illusion des Ich</a> &#8211; naja, der Mensch lebt ja bekanntlich nicht vom Brot allein&#8230;</p>
<p>Alan Watts plädiert darin für ein grundlegend neues Verständnis unserer Existenz. Das Buch wurde 1966 geschrieben, also kurz vor der Erfindung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet" target="_blank">Internets</a>. Genau vierzig Jahre später, am 21. März 2006, wurde der erste Tweet durch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter" target="_blank">Twitter</a>-Mitgründer Jack Dorsey verschickt.</p>
<p>Beim Wiederlesen des Buches ist mir aufgefallen, dass viele der Anregungen von Watts mit Twitter umgesetzt und auch für ein philosophisch uninteressiertes Publikum erkennbar gemacht wurden. Wir sind heute in der Lage, mit Hilfe von Twitter eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mystische_Erfahrung" target="_blank">mystische Erfahrung</a> zu machen – oder vorsichtiger ausgedrückt: zu erahnen.</p>
<p>Watts bezieht sich auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vedanta" target="_blank">Vedanta</a>, eine 2’800-jährige Richtung der indischen Philosophie. Deren Grundanliegen besteht darin, durch Versuche und Erfahrungen die Illusion zu zerstören, der Einzelne sei ein isoliertes Ich. Letztlich ist alles eins und untrennbar miteinander verbunden. Das können wir im Internet ganz deutlich erleben. Was immer wir tun, wir tun es zwangsläufig im Netz. Alles hängt mit allem Zusammen. Bewegungen (Movements) und Hypes (mehr dazu habe ich <a href="http://blog.markdot.com/hype/" target="_blank">hier</a> geschrieben) entstehen, weil das Netz es so will. Überdies, das zeigt uns beispielsweise Derek Sivers in seinem sehenswerten <a href="http://www.ted.com/talks/lang/en/derek_sivers_how_to_start_a_movement.html" target="_blank">Ted-Talk</a>, wird die Rolle des Erzeugers eines Hypes, des Leaders, massiv überschätzt. Sievers argumentiert sehr anschaulich, dass es erst die Anhänger sind, der einen „einsamen Irren“ zu einem Leader machen. Es ist nicht der Leader, der eine Bewegung verursacht, es sind die Anhänger. Auch hier ist es also nicht das isolierte Ich, dass etwas bewirkt (auch wenn dass all die Internet-Stars gerne hätten), sondern die Gesamtheit.</p>
<p>Twitter generiert immer wieder Hypes und zeigt damit immer wieder, dass dafür nicht jemand alleine verantwortlich sein kann, sondern Twitter insgesamt, alle Twitterer zusammen. Und solche Hypes haben durchaus Sprengpotential, wie man das im Iran 2009 oder im arabischen Frühling 2011 sehen konnte.</p>
<p>Watts argumentiert weiter, dass wir mit unserer bewussten Aufmerksamkeit die Welt fragmentieren. Gemäss Vedanta ist alles Eins, aber wir zerlegen sie fortwährend in getrennte Dinge, Ereignisse, in ursächliche Zusammenhänge. Wir wählen dazu aus, was uns interessant und wichtig erscheint und benennen diese Dinge dann. Unsere bewusste Aufmerksamkeit ist deswegen gleichzeitig Ignoranz. Sobald wir die bewusste Aufmerksamkeit auf etwas richten, blenden wir dabei (zwangsläufig) ganz viele andere Sachen aus. Wo ist das augenfälliger als auf Twitter? Die dort in jedem Augenblick publizierte Fülle an Tweets kann gar nicht in ihrer Gesamtheit erfasst werden, man muss auswählen und bezeichnen. Letzteres macht man auf Twitter mit dem Hashtag #.</p>
<p>Damit wird klar, dass Gegensätze bloss unterschiedliche Ansichten derselben Sache sind. Ohne Ignoranz kann es keine Aufmerksamkeit geben – ohne Dunkel kein Licht, ohne Geräusche keine Stille und ohne Tod auch kein Leben.</p>
<p>Twitter als zugespitztes Beispiel des World Wide Web wird also zur Religion der westlichen Welt im beginnenden dritten Jahrtausend. Und die Bibel dieser Religion ist das Smartphone. Es verkündet Wahrheit und Sinn. Was andere Kulturen mit der Religion geschafft haben, das schafft unsere Kultur die Wissenschaften und die Technik, deren populärer Höhepunkt das World Wide Web, betrachtet durch ein Smartphone ist.</p>
<p>Überflüssig zu erwähnen, dass ich das Buch von Watts mit der <a href="http://www.amazon.com/gp/feature.html?ie=UTF8&amp;docId=1000493771" target="_blank">Kindle-App</a> auf meinem Smartphone gelesen habe&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">Wir unterliegen eben schon<br />
Einer grossen Illusion<br />
Und glauben unser &#8218;Ich&#8216; getrennt<br />
Vom Erdenrund und Firmament.</p>
<p style="text-align: right;">17/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=688&amp;md5=d05700a7fe781ab7c27d0604df5210e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir sind im Innern des Computers</title>
		<link>http://blog.markdot.com/wir-sind-im-innern-des-computers/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 19:00:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich mag es, die Perspektive zu wechseln. Das bringt Abwechslung und Abwechslung macht Spass. Da ich den Kopfstand nicht kann, muss ich die Perspektive halt gedanklich wechseln. Zum Beispiel in diesem Gedicht: Ein Fahrstuhl hoch ins Welten-All, Den wünschte man sich manches Mal. Es gibt ihn schon, sag ich euch munter, Doch reicht er nicht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_662" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://pinterest.com/grafdal/"><img class="size-medium wp-image-662" title="Computerinnereien" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Computerinnereien-300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a><p class="wp-caption-text">http://pinterest.com/grafdal/</p></div>
<p>Ich mag es, die Perspektive zu wechseln. Das bringt Abwechslung und Abwechslung macht Spass. Da ich den Kopfstand nicht kann, muss ich die Perspektive halt gedanklich wechseln. Zum Beispiel in diesem Gedicht:</p>
<p style="text-align: center;">Ein Fahrstuhl hoch ins Welten-All,<br />
Den wünschte man sich manches Mal.<br />
Es gibt ihn schon, sag ich euch munter,<br />
Doch reicht er nicht zu uns herunter.</p>
<p>So weit, so gut. Auch wenn dieser Fahrstuhl die Erde noch nicht erreicht hat, ist der Mensch in seiner Wahrnehmung doch der Beherrscher der Welt. Das sieht man auch an kleinen, alltäglichen Begebenheiten. Beispiel: Der Hund und sein Herrchen. Klar, das Herrchen beherrscht den Hund, schliesslich gehorcht dieser ja auf die „Platz“, „Sitz“, „Fuss“ und weiteren Befehle. Wenn wir aber die Perspektive wechseln und in die Rolle des Hundes schlüpfen, dann könnte man dieses Verhältnis auch ganz anders sehen. Der Hund macht sein Geschäft auf die Strasse, und Herrchen eilt mit einem Plastikbeutel herbei und entsorgt das Häufchen. Ich meine, wir würden sie sich fühlen als Hund?</p>
<p>Ähnlich sieht es aus mit Smartphones. Im Gegensatz zu einem Hund hat da ja jeder mindestens eins davon. Und ähnlich wie beim Hund sind auch hier die Verhältnisse nicht ganz klar.</p>
<p>Ich habe mein Mobiltelefon vor ein paar Tagen im Zug liegen lassen. Was glauben sie, wie man sich da fühlt? Für mich wäre es weniger schlimm gewesen, wenn ich ohne Kleider auf den Bahnhofplatz getreten wäre. Dieses Gefühl der Nacktheit, der völligen Hilfslosigkeit, dass mich angesichts des Verlustes meines mobilen Telefons überfiel, hat mich nachdenklich gemacht.</p>
<p>Es drängt sich schon die Frage auf, ob wir unsere Computer beherrschen, oder ob sie uns beherrschen. Ich glaube letzteres ist der Fall. Die Geräte haben uns mittlerweile so weit, dass wir uns nicht mehr gut fühlen, wenn sie nicht verfügbar sind. Schlimmer noch, unser Leben hängt davon ab, dass sie funktionieren, da es bestimmt ist von Geräten mit Computerchips. Ohne sie geht nichts mehr, weder die Kaffeemaschine am morgen, noch die Post, die Bahn, die Lichtsignalanlage, es gäbe keine gedruckten Zeitungen, kein Essen, kein gar nichts.</p>
<p>Die virtuelle Welt beherrscht also unser Leben in der sogenannten Wirklichkeit. Heerscharen von menschlichen Arbeitnehmern sind darauf abgerichtet, die virtuelle Welt aufrecht zu erhalten. Menschen stellen Computer her, unterhalten die Mobilfunk- und anderen Netzwerke, entwickeln die Computertechnologie weiter. Alle anderen verbringen den grössten Teil des beruflichen Lebens damit, die virtuelle Welt zu füttern – an wessen Arbeitsplatz steht den heutzutage kein Computer mit Internetzugang? Auch unser privates Leben dient zunehmend dem Internet. Jede und jeder ist in mehreren sozialen Netzwerken präsent. Aber nicht nur Menschen werden im Cyberspace vernetzt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RFID">RFID</a> sind ein Beispiel dafür, wie zunehmend jedes physische Ding eine Repräsentation im Internet erhält.</p>
<p>So gesehen sind wir im Inneren eines riesigen Computers und halten diesen und den durch ihn erzeugten Cyberspace am Laufen.</p>
<p>Ist das wirklich so? Wohl nicht, aber sicher ein spannender Perspektivenwechsel.</p>
<p>Übrigens habe ich mein Mobiltelefon wieder bekommen. Dank dem online Fundbüro der Schweizerischen Bundesbahnen&#8230; &#8211;</p>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Wechselt man die Perspektive,<br />
Gibt dem Leben das mehr Tiefe.<br />
Man erkennt Zusammenhänge,<br />
Lernt auch sonst ne ganze Menge!</p>
<p style="text-align: right;">15/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=661&amp;md5=2574e87a187885aa359d4dbc44b069fb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Konsumenten und Benutzer</title>
		<link>http://blog.markdot.com/konsumenten-und-benutzer/</link>
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		<pubDate>Sun, 12 Feb 2012 20:46:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[In unserem Alltag haben wir viele Rollen, sie wechseln je nach Kontext. Zu Hause sind wir Lebens- oder Ehepartner, vielleicht Eltern und vielleicht auch noch Kinder, bei der Arbeit Vorgesetzte, Mitarbeiter oder Untergebene, in der Freizeit Kollegen, Sportsfreunde oder Bekannte. Verschiedene Situationen erfordern unterschiedliche Verhaltensweisen, der Kontext bestimmt die Rolle. Auch im Internet, im virtuelle [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Konsument.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-560" title="Konsument" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Konsument-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>In unserem Alltag haben wir viele Rollen, sie wechseln je nach Kontext. Zu Hause sind wir Lebens- oder Ehepartner, vielleicht Eltern und vielleicht auch noch Kinder, bei der Arbeit Vorgesetzte, Mitarbeiter oder Untergebene, in der Freizeit Kollegen, Sportsfreunde oder Bekannte. Verschiedene Situationen erfordern unterschiedliche Verhaltensweisen, der Kontext bestimmt die Rolle.</p>
<p>Auch im Internet, im virtuelle Raum gibt es unterschiedliche Kontexte, und auch dort nehmen wir Rollen ein: Chatpartner, Wissensdurstige, Suchende und Findende, Shopper und Stöberer. Die Rolle hängt also auch hier davon ab, was wir gerade tun.</p>
<p>Soweit nichts Neues, soweit nichts Überraschendes: Die Rolle, die wir einnehmen, hängt vom Kontext ab – egal ob im „richtigen“ oder im virtuellen Leben. Doch es gibt einen grossen und wesentlichen Unterschied! Obwohl auch im Internet die Rollen wechseln, gibt es eine alles bestimmende und alles überlagernde Rolle, die wir einzunehmen gezwungen werden: die Rolle des potentiellen Konsumenten, des potentiellen Kunden.</p>
<p>Auf den meisten Webseiten sind wir nämlich Werbung ausgesetzt: Banner und Pop-up’s waren es früher. Diese Werbung war auffällig, grell und poppig, blinkte und nervte – aber sie wurde in jedem Fall als Werbung wahrgenommen und konnte entsprechend ignoriert werden. Heute ist die Werbung viel subtiler: Sie wird nicht mehr nach dem Giesskannenprinzip verteilt, sondern sie wird personalisiert. Webseiten sammeln Informationen über die Benutzer. Das ist einerseits deshalb möglich, weil die Benutzer sich auf Webseiten wie Facebook oder bei allen Google-Diensten anmelden müssen, oder weil die Webseiten mittels Cookies wissen, wer ein wiederkehrender Benutzer ist und was er das letzte Mal gemacht hat.</p>
<p>Unternehmen wie Facebook und Google bieten ihre Dienste kostenlos an und finanzieren sich über Werbung. Je personalisierter die Werbung ist, desto weniger nervt sie die Benutzer, und desto teurer kann sie verkauft werden. Eine Win/Win-Situation also, könnte man meinen, denn eigentlich ist das ja eine gute Sache: Ich kriege nicht mehr einfach irgendwelche Werbung für Produkte, die mich absolut nicht interessieren, sondern gezielte Angebote, die mich tatsächlich ansprechen. Die Werbung ist also weniger nervig und bringt sogar einen gewissen Nutzen.</p>
<p>Problematisch dabei ist jedoch, dass wir eine Preis bezahlen dafür, wir geben nämlich unmerklich (aber absolut freiwillig) unser Privatlebens preis: Unseren Beziehungsstatus und die neuesten Bekanntschaften beispielsweise in Facebook, und was uns so interessiert und wonach wir so suchen bei Google (was Google alles weiss ist hier aufgelistet: <a href="https://www.google.com/dashboard/" target="_blank">Google Dashboard</a>). Das ist noch Ok. Dass aber sowohl Google als auch Facebook diese Informationen weiter verkaufen in Form von Werbeplätzen, das stört mich. Denn die Benutzer werden so zur Ware degradiert, mit der diese Unternehmen ihr Geld verdienen: Je mehr sie von uns wissen, desto teurer können sie die Werbeplätze verkaufen.</p>
<p>Ich traue deshalb diesen Unternehmen nicht mehr blind, wenn sie mal wieder ein neues Feature einführen oder einmal mehr die Benutzerrichtlinien anpassen. Dient das wirklich in erster Linie mir als Benutzer, oder geht es nur um mich als potentiellen Konsumenten? Denn diese Rolle als potentieller Konsument, die haben ich im Internet immer, ob ich will oder nicht. Nur wenn ich diese Rolle einnehme, kann ich weiterhin von Diensten wie Google oder Facebook profitieren, die vordergründig gratis sind – im Hintergrund aber unsere Kosten milliardenschwere Unternehmen generieren.</p>
<p>Wir sehen uns als Benutzer, werden aber als Konsumenten behandelt. Diese fehlende Übereinstimmung ist gefährlich. Im Internet haben wir beide Rollen, sie sind untrennbar, und das ist fatal: Was gut ist für Konsumenten, das ist nicht in jedem Fall auch gut für Benutzer. &#8211;</p>
<p style="text-align: center;"><span style="color: #000000;">Auch ohne dass wir das so wollen,</span><br />
<span style="color: #000000;">Haben wir im Netz zwei Rollen:</span><br />
<span style="color: #000000;">Wir sehen uns als User bloss,</span><br />
<span style="color: #000000;">Doch Kunde sein ist unser Los!</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #000000;">6/52</span></p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=558&amp;md5=f825f9233140d2e4953f835edafc2d00" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Google: glauben ist sehen&#8230;</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 18:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Evolution]]></category>
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		<description><![CDATA[Bis anhin galt die Maxime: Sehen ist glauben. Erst was wir sehen, das glauben wir üblicherweise. Allerdings war das schon immer ein Trugschluss. Es ist nämlich genau umgekehrt: Wir sehen nur das, was wir eh schon glauben! Diese Behauptung kann, zumindest was unser „Sehen“ auf dem Internet betrifft, sogar technisch und juristisch belegt werden, nämlich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/01/google-ich1.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-538" title="google - ich" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/01/google-ich1-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Bis anhin galt die Maxime: Sehen ist glauben. Erst was wir sehen, das glauben wir üblicherweise. Allerdings war das schon immer ein Trugschluss. Es ist nämlich genau umgekehrt: Wir sehen nur das, was wir eh schon glauben! Diese Behauptung kann, zumindest was unser „Sehen“ auf dem Internet betrifft, sogar technisch und juristisch belegt werden, nämlich anhand der neuen Datenschutzbestimmungen von Google!</p>
<p>Per 1. März nämlich will Google die über 60 verschiedenen Datenschutzbestimmungen für all die verschiedenen Produkte vereinheitlichen. Das ist sicher vernünftig und löblich. Da solche Datenschutzbestimmungen in der Regel nicht sehr leserfreundlich sind, ja im Gegenteil so gemacht sind, dass sie Leser abschrecken, hat Google eine <a href="http://www.google.de/policies/" target="_blank">Seite</a> aufgeschaltet, auf der die wesentlichen Änderungen zusammen gefasst sind. In fünf einfachen Abschnitten sind die wesentlichen Änderungen zusammen gefasst: Produktevielfalt, personalisierte Suche, Kollaboration, Datenschutz und Datennutzung durch Google. Zu jedem dieser Abschnitte könnte man ein Buch schreiben. Ich schreibe einen Post zur personalisierten Suche. Immerhin. Dieser Abschnitt lautet bei Google wie folgt:</p>
<p style="padding-left: 90px;"><strong><em>Passend für Sie</em></strong></p>
<p style="padding-left: 90px;"><strong><em> </em></strong><em>Wenn Sie in Google angemeldet sind, können wir Ihnen anhand der Interessen, die Sie in Google+, Google Mail und YouTube zum Ausdruck gebracht haben, Vorschläge für Suchanfragen anzeigen und Ihre Suchergebnisse personalisieren. Zum Beispiel können wir für die Suchanfrage „Golf“ (Sport oder Auto?) schneller die gewünschten Ergebnisse liefern.</em></p>
<p>Offenbar wir da für ein ernstes Problem eine Lösung angeboten, so jedenfalls wird diese Änderung kommuniziert. Ich persönlich habe mindestens bei Golf kein Problem, weil ich begeisterter öV-Benutzer bin und Sport verabscheue – insofern ist die angebotene Lösung für mich irrelevant. Interessant übrigens, dass im <a href="http://www.google.com/policies/" target="_blank">englischen Text</a> nicht „Golf“ als Beispiel hinhalten muss, sondern „Jaguar“. Aber auch dieses Beispiel ist in meinem Fall eine Lösung für ein nicht existentes Problem.</p>
<p>Auch für Leute, die Auto fahren und sich für Sport und Tiere begeistern, ist das alles kein Problem. Üblicherweise sucht man ja nicht nach einem Begriff alleine, sondern nach mehreren Begriffen, die zusammen einen Kontext bilden. Wenn man also zusätzlich zum Suchbegriff „Golf“ noch „PS“ oder „Schläger“ eingibt, dann liefern Googles Algorithmen absolut zutreffende Ergebnisse, auch wenn man nicht eingeloggt ist. Die angepriesene Personalisierung macht also eigentlich keinen Sinn. Weshalb aber legt Google doch so einen Wert darauf?</p>
<p>Die Erklärung findet man, wenn man die Datenschutzerklärung dann im <a href="http://www.google.de/policies/privacy/preview/" target="_blank">Volltext</a> liest. Dort nämlich erscheint der Begriff „Suchergebnisse“ immer zusammen mit der Ergänzung „und Werbung“. Darum geht es also: Die Suchergebnisse werden deshalb personalisiert, damit Google personalisierte Werbung schalten kann. Natürlich ist das nichts Verwerfliches, schliesslich verdient Google sein Geld mit uns als Werbeempfänger – wir, bzw. unsere Aufmerksamkeit, sind das Produkt, dass Google verkauft. Aber das nur am Rande.</p>
<p>Konsequenz der personalisierten Suche ist aber, dass wir bei Google je länger je mehr nur noch Suchresultate angezeigt erhalten, die wir erwarten. Das Internet wird demnach immer mehr zu einem Wahrnehmungstunnel, bei dem alles was links und rechts von unserem „Glaubenssystem“ liegt, ausgeblendet wird. Das ist relativ undramatisch, wenn es um Jaguar und Golf geht. Es wird aber dramatisch, wenn es um politische Überzeugungen geht. Ist jemand links, wird er zunehmend nur noch Suchresultate aus dem linken Spektrum erhalten. Jemand der rechts politisiert wird umgekehrt nur noch Resultate angezeigt erhalten, die seine Meinung stützt.</p>
<p>Das ist dramatisch, denn wenn wir nur noch in unserer Meinung bestärkt werden, dann sinkt nicht nur unsere Konsensbereitschaft, es wird sogar so weit kommen, dass wir gar nicht erkennen, dass es einen Konsens brauchen könnte. Dass das jemand anders sehen könnte. Dass unsere Meinung nicht unbestritten ist. Eli Pariser nennt das in ihrem gleichnamigen Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/067092038X/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=067092038X" target="_blank">The Filter Bubble</a>. Google lullt uns ein in einer wattierten Blase, in der unsere Meinung alleine und unbestritten da steht.</p>
<p>Technisch wurde die personalisierte Suche von Google schon Ende 2009 eingeführt, still und leise. Über 70 Parameter werden, abgesehen von unserer Suchanfrage, ausgewertet für das personalisierte Suchergebnis. Zu diesen Parametern gehört unser momentaner Standort, welchen Browser mit welchem Computer wir benutzen, was wir früher gesucht haben, was wir in Google+ „geplust“ haben usw. Eli Pariser stellt dazu fest, dass unser Computermonitor so nach und nach zu einem Ein-Weg-Spiegel wird, der bloss noch unsere Meinung wiederspiegelt.</p>
<p>Die Google Algorithmen legen also nicht bloss unsere Suchresultate fest, sondern zunehmend auch unser ganzes Leben!</p>
<p>Jetzt zieht das Unternehmen bloss noch juristisch nach und passt die Datenschutzbestimmungen an. Technisch ist bereits der nächste Schritt erfolgt, die soziale Suche. Mitte Januar wurde die „Search, plus your world“ im <a href="http://googleblog.blogspot.com/2012/01/search-plus-your-world.html" target="_blank">Firmenblog</a> vorgestellt. Der Name sagt eigentlich schon alles: „Suche, und deine Welt“.</p>
<p>Wie es weiter gehen wird ist offensichtlich: „Suche deine Welt“, nur noch deine Welt&#8230; Und dann ist „sehen ist glauben“ endgültig abgelöst durch „glauben ist sehen“, denn dann sehen wir nur noch das, was wir eh schon glauben.</p>
<p style="text-align: center;">Man glaubt nur das, was man auch sieht,<br />
Meint man, doch ist es sehr perfid,<br />
Es ist ganz anders überhaupt:<br />
Man sieht nur, was man eh schon glaubt!</p>
<p style="text-align: right;">4/52</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=531&amp;md5=f43b43dfe6a8b4de5c8d3c52d5542ca6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Warum Social Networks die Welt verändern (werden) – Amazon Kindle</title>
		<link>http://blog.markdot.com/warum-social-networks-die-welt-verandern-werden-amazon-kindle/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 19:46:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzwerk]]></category>
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		<description><![CDATA[Seit nunmehr sechs Wochen bin ich stolzer und zufriedener Besitzer eines Amazon Kindle. Dieses Lesegerät unterscheidet sich punkto Leseerlebnisses, wie zahlreiche namhafte Rezensenten übereinstimmend und überzeugend darlegen, nur minimal von einem richtigen Buch. Das haptische Erlebnis ist natürlich weniger wertig, dafür ist das Gerät leichter als viele Bücher. Was den Kindle aber revolutionär macht, sind [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Seit nunmehr sechs Wochen bin ich stolzer und zufriedener Besitzer eines Amazon Kindle. Dieses Lesegerät unterscheidet sich punkto Leseerlebnisses, wie zahlreiche namhafte Rezensenten übereinstimmend und überzeugend darlegen, nur minimal von einem richtigen Buch. Das haptische Erlebnis ist natürlich weniger wertig, dafür ist das Gerät leichter als viele Bücher.<br />
Was den Kindle aber revolutionär macht, sind seine social network Komponenten. Ich besitze viele Bücher, die haptisch angenehm und optisch dekorativ in meinem Büchergestell stehen. Viele davon habe ich auch tatsächlich gelesen – davon zeugen zahlreiche Markierungen und Notizen, die ich in den einzelnen Büchern angebracht habe. Ich besitze auch antiquarische Bücher, die teilweise schon Markierungen und Notizen von meinen Vorgängern tragen. Es kommt vor, dass die schon vorhandenen Markierungen sich mit meinen Vorstellungen decken, es kommt aber auch vor, dass dem nicht so ist. Abhängig ist das davon, was für einen Fokus meine Vorgänger jeweils hatten. Und genau darum sind die bereits vorhandenen Markierungen auch nutzlos. Beim Kindle hingegen kann ich nicht nur die Markierungen von einem meiner Vorgänger sehen, sondern die aller, die das Buch schon gelesen haben. Das Feature heisst popular highlights und ist ein Highlight!<a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_20101019_212851_edit0.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-160" title="IMG_20101019_212851_edit0" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2010/10/IMG_20101019_212851_edit0-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>Ich halte also, mit andern Worten, ein neues gebrauchtes Buch in den Händen. Es ist nicht nur von einem Vorgänger gebraucht, so wie meine antiquarischen Bücher, sondern von Dutzenden, Hunderten oder Tausenden! Das Wissen und die Meinung aller meiner „Vorgänger“ sind in diesem meinem Exemplar vereinigt und ich kann darauf aufbauen und mich daran beteiligen. Ich steige also schon mal auf einem viel höheren Niveau ein, weil das Buch mehr als nur die Information des Autors enthält.</p>
<p>Mit meinen Markierungen, den highlights, kann ich mich aber auch weiterhin sozial verhalten. Früher standen meine Markierungen unbemerkt im Gestell, bis vielleicht mal ein Besucher ein Buch in die Hand genommen und durchgeblättert und dabei auf meine Markierungen gestossen ist. Heute kann ich direkt vom Kindle aus die mir wichtigen Stellen markieren und via Twitter und Facebook meinen followern und friends weiter leiten – zusammen mit meinen eigenen Gedanken dazu. Was mich an einem Buch bewegt wird damit zur anregenden Diskussionsgrundlage in meinem eigenen sozialen Gefüge.<br />
Dass ich mit meinen Freunden über die Bücher diskutieren kann, die ich momentan lese – oder zumindest über Zitate aus diesen Büchern – macht die Gespräche in meinem Freundeskreis interessanter. Während nämlich Zeitschriften und Zeitungen nur Lärm enthalten, also viel Information die regelmässig 24h später wenn nicht längst überholt, so doch sicher völlig nutzlos ist, fischen (Sach-) Bücher Signale aus diesem Lärm <sup class='footnote'><a href='#fn-159-1' id='fnref-159-1' onclick='return fdfootnote_show(159)'>1</a></sup>.</p>
<p>Weil Bücher über einen längeren Zeitraum hinweg entstehen, können sie im Gegensatz zu kurzlebigen Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln aus dem unendlichen Strom von Informationen, dem Informationslärm, Signale herausfiltern. Signale sind relevante Information, Information, die es verdient, festgehalten, erinnert und diskutiert zu werden. Und Diskussionen über solche Inhalte ermöglicht der Amazon Kindle auf völlig unaufgeregte Weise. Als mehr oder weniger single-function-device ermöglicht er die entspannte und ungestörte <sup class='footnote'><a href='#fn-159-2' id='fnref-159-2' onclick='return fdfootnote_show(159)'>2</a></sup> Lektüre von relevanter Information, eben von Büchern.</p>
<p>Für alle Fälle:<br />
<iframe src="http://rcm-uk.amazon.co.uk/e/cm?lt1=_blank&#038;bc1=FFFFFF&#038;IS2=1&#038;npa=1&#038;bg1=FFFFFF&#038;fc1=000000&#038;lc1=0000FF&#038;t=idomethod0f-21&#038;o=2&#038;p=8&#038;l=as4&#038;m=amazon&#038;f=ifr&#038;ref=ss_til&#038;asins=B002Y27P46" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
<p>_______________</p>
<div class='footnotes' id='footnotes-159'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-159-1'>Mehr zum interessanten Thema, dass die meiste Information reiner Lärm, und damit sinn- und nutzlos ist, in diesem grossartigen Buch (auch als Kindle-Edition erhältlich) :<br />
<a href="http://www.amazon.co.uk/gp/product/0141031484?ie=UTF8&amp;tag=idomethod0f-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1634&amp;creative=19450&amp;creativeASIN=0141031484">Fooled by Randomness: The Hidden Role of Chance in Life and in the Markets</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.co.uk/e/ir?t=idomethod0f-21&amp;l=as2&amp;o=2&amp;a=0141031484" border="0" alt="" width="1" height="1" /> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-159-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-159-2'>Vgl. dazu den (englischen) Beitrag von Alexander Rose bei den Cool Tools von Kevin Kelly <a href="http://www.kk.org/cooltools/archives/003577.php" target="_blank">hier</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-159-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=159&amp;md5=1f57e830b34d4f04d830878e8f1ab618" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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