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	<title>Mark. Alder &#187; Quantenphysik</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Mark. Alder</title>
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		<title>Die &#8218;wahre&#8216; Bedeutung des Higgs Bosons</title>
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		<pubDate>Sat, 23 Jun 2012 10:29:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Richtig oder falsch, wahr oder gelogen, schön oder hässlich &#8211; vielen Leuten fällt es leicht, zu urteilen: weisse Socken sind hässlich, dass jetzt Winter ist, ist falsch und im Straßenverkehr kreuzt man sich richtigerweise rechts. Allerdings passen weisse Socken beim Tennis, ist es in Australien jetzt Winter und Autos kreuzen sich ebendort links. Vermeintliche Gewissheiten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.philippkeusen.com/?p=1178"><img class="alignleft  wp-image-846" title="TauTropfen" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/06/TauTropfen-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Richtig oder falsch, wahr oder gelogen, schön oder hässlich &#8211; vielen Leuten fällt es leicht, zu urteilen: weisse Socken sind hässlich, dass jetzt Winter ist, ist falsch und im Straßenverkehr kreuzt man sich richtigerweise rechts. Allerdings passen weisse Socken beim Tennis, ist es in Australien jetzt Winter und Autos kreuzen sich ebendort links. Vermeintliche Gewissheiten werden also je nach Kontext plötzlich ins Gegenteil verkehrt. Was richtig, wahr oder schön etc. ist, kann nicht absolut formuliert werden, sondern immer nur in Abhängigkeit vom Kontext. Entsprechend handelt es sich um blosse Konventionen. Und Konventionen kann man anpassen.</p>
<p>Die genannten Beispiele sind natürlich vergleichsweise trivial. Wie aber sieht es mit den grossen Wahrheiten aus, mit <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Life,_the_Universe_and_Everything" target="_blank">life, the universe and everything</a>? Wenn der Sinn des Lebens klar definierbar wäre, bräuchte es weder verschiedene Religionen noch würde deswegen Krieg ausbrechen. Wenn die Vergangenheit und die Zukunft des Universums zweifellos bekannt wären, bräuchte es weder Physiker noch physikalische Theorien.</p>
<p>Es gibt aber keine absoluten Werte, alles ist verhandelbar, dynamisch und einem stetigen Wechsel unterworfen. Alles ist abhängig vom Kontext, auch unsere eigene Meinung. Mehr als Konventionen gibt es nicht. Wäre das anders, dann wäre das Leben sehr langweilig.</p>
<p>Das ist schwer zu akzeptieren, denn wir wollen Gewissheit und streben nach der letzten Wahrheit: In der Religion nach einem allwissenden Gott und in der Physik nach einer letzten Formel, die alle Theorien zusammen bringt &#8211; oder wenigstens nach dem <a href="http://www.zeit.de/2008/37/P-Peter-Higgs" target="_blank">Higgs-Boson</a>.</p>
<p>Nach diesem winzigen Teilchen wurde im milliardenteuren, hochkomplexen Teilchenbeschleuniger am <a href="http://public.web.cern.ch/public/" target="_blank">CERN</a> in Genf <a href="https://www.google.ch/search?sugexp=chrome,mod%3D6&amp;sourceid=chrome&amp;ie=UTF-8&amp;q=higgs+boson&amp;sesinv=1#q=higgs+boson&amp;hl=de&amp;prmd=imvnsu&amp;source=lnms&amp;tbm=nws&amp;sa=X&amp;ei=yh7zT6qnLojltQazpJm-CQ&amp;ved=0CFIQ_AUoBA&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_qf.,cf.osb&amp;fp=741547350a9f0b10&amp;biw=1323&amp;bih=674" target="_blank">fieberhaft</a> gesucht. Das Higgs Boson ist nämlich das Teilchen, welches das Standardmodell der Physik bestätigen soll. Sinnigerweise wird dieses Teilchen (vor allem in den Medien) auch &#8218;Gottesteilchen&#8216; genannt.</p>
<p>&#8222;Das Standardmodell der Physik&#8220; ist sehr klug formuliert, denn es geht eben nicht um die Weltformel, sondern &#8218;nur&#8216; um die Bestätigung eines Modells &#8211; oder anders gesagt: um die Bestätigung der gegenwärtig in der Physik vorherrschenden Konvention!</p>
<p>Die letzte Wahrheit, die einzige Gewissheit lautet auch in der Physik: Alles ist im Wandel, alles ist im Fluss, und wenn etwas dann doch einmal greifbar sein sollte, dann ist es bloss eine Konvention, ein Modell &#8211; eine Mode.</p>
<p>Und so ist es auch im täglichen Umgang miteinander. Jeder lebt in seiner sozialen Umwelt, seinem Kontext und folgt den dort geltenden Konventionen. Streit entsteht, wenn die Konventionen nicht zusammen passen. Um herauszufinden, auf welche Konvention man sich einigen soll, ist es häufig nötig, das &#8222;zwischenmenschliche Higgs-Teilchen&#8220; zu finden, das die eine oder andere oder (meistens!) eine dritte Konvention bestätigt. Das Higgs-Boson ist das Körnchen Wahrheit, das zwischen Streit und Friede entscheiden kann.</p>
<p>Das Internet, und darin sehe ich eine grosse Chance, schafft einen einheitlichen Kontext und damit die Möglichkeit, sich gemeinsam auf Konventionen zu einigen. Zumindest legt das Internet unterschiedliche Kontexte offen und erleichtert das gegenseitige Verständnis.</p>
<p>So gesehen ist das Internet der Teilchenbeschleuniger, das uns hilft, das Higgs-Boson für eine friedliche Welt nicht nur zu finden, sondern sogar zu machen!</p>
<p>&nbsp;</p>
<address style="text-align: center;">Weltenfriede und Physik,</address>
<address style="text-align: center;">beiden fehlt im Augenlick</address>
<address style="text-align: center;">nur ein winzig kleines Teil.</address>
<address style="text-align: center;">hat man&#8217;s, sind sie beide heil.</address>
<address style="text-align: center;"> </address>
<p style="text-align: right;">25/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=815&amp;md5=a61dd2429bfa4878ad05dd31f769d94b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die vierte Dimension</title>
		<link>http://blog.markdot.com/die-vierte-dimension/</link>
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		<pubDate>Sun, 08 Apr 2012 18:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Idee]]></category>
		<category><![CDATA[Wirklichkeit?!]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanke]]></category>
		<category><![CDATA[Internet]]></category>
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		<description><![CDATA[Vor der Erfindung der Schrift und des Alphabetes lebt der Stammesmensch in einer rein mündlichen, akustischen und damit mystischen Welt. In einer solchen Welt ist alles im Fluss, so eine Welt kann man nicht festhalten. Geräusche und Töne bestehen nur in der Zeit und können nicht &#8222;eingefroren&#8220; und aufbewahrt werden, wie das für ein Bild [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/4te-Dimension.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-654" title="4te Dimension" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/4te-Dimension-300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a>Vor der Erfindung der Schrift und des Alphabetes lebt der Stammesmensch in einer rein <strong>mündlichen</strong>, akustischen und damit mystischen Welt. In einer solchen Welt ist alles im Fluss, so eine Welt kann man nicht festhalten. Geräusche und Töne bestehen nur in der Zeit und können nicht &#8222;eingefroren&#8220; und aufbewahrt werden, wie das für ein Bild möglich ist. Die Welt und die Erfahrung derselben ist zu dieser Zeit also, könnte man sagen, „eindimensional“. Alles ist in der Gegenwart, alles ist im Fluss, alles ist Prozess. Diese Erfahrungsdimension ist gekennzeichnet durch die Unmittelbarkeit und die Gleichzeitigkeit. In der heutigen Zeit kennen wir diese Art der Erfahrung vor allem von Cocktailpartys und Familienfeiern.</p>
<p>Mit der Erfindung der Schrift und des Alphabetes kommt der Sehsinn dazu. Noch immer ist alles im Fluss, also akustisch, aber es ist möglich, bestimmte Gegebenheiten festzuhalten, aufzuschreiben und damit aufzubewahren. Die beiden Welten hängen noch eng zusammen. In der Antike und im Mittelalter heisst lesen beispielsweise laut lesen: Man liest mit den Ohren. Die rechte Hirnhälfte, die akustisch und sequentiell ist, wird nach und nach mit der linken, der visuellen und räumlichen ergänzt. Zum mündlichen Raum kommt also mit der <strong>Schriftlichkeit</strong> die zweite „Erfahrungsdimension“ des visuellen Raumes hinzu. Heutzutage pflegen wir diese Art der Erfahrung mit Post-it-Zettelchen.</p>
<p>Mit der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert tritt lautes Lesen nach und nach in den Hintergrund. Man neigt zunehmend dazu, Lippenbewegungen und Murmeln beim Lesen als Halbbildung zu interpretieren. Der Sehsinn wird zum zentralen Sinn. Wissen ist kein Prozess mehr, sondern ein Produkt, eben ein Buch, das man besitzen kann. Die Idee der <a href="http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">geistigen Urheberschaft</a> entsteht in dieser Zeit. Die Tragbarkeit des Buches trägt zudem zur Individualisierung bei. In der Renaissance beginnt sich die perspektivische Darstellung in der Malerei durchzusetzen. Es wird üblich, einen Standpunkt zu haben, wörtlich und im übertragenen Sinne. Der Erfahrungsraum wird also „dreidimensional“: Neben dem Hören und Sehen kommt in der <strong>gedruckten</strong> Welt der eigene Standpunkt hinzu. Wir pflegen auch heute, leicht angepasst, die gedruckte Erfahrungswelt noch: Man denke an Hochzeits- oder Geburtskärtchen, wo man nach aussen einen (neuen Standpunkt) bezieht, als Ehegatten oder Eltern.</p>
<p>Gegenwärtig sind wir, nach der mündlichen, der schriftlichen und der gedruckten in der vierten Erfahrungsdimension angekommen, der <strong>elektrischen</strong>. Diese schliesst die vorherigen drei Dimensionen mit ein: Der eigene Standpunkt, der es einem erlaubt, die Unmittelbarkeit des akustischen Raumes primär visuell wahrzunehmen. Die drei bekannten Dimensionen „krümmen“ sich jetzt in eine neue Richtung:</p>
<p>Im Internet lesen wir nicht mehr linear, wie das in der gedruckten Erfahrungsdimension der Fall war. Dank Hypertext hüpfen wir von Fragment zu Fragment. Im Internet werden geschriebene Texte also tendenziell so wahrgenommen, wie das bin anhin für mündlich überlieferte Texte galt. Das geschriebene Internet ist eine Welt der Gleichzeitigkeit und der Unmittelbarkeit, beides Eigenschaften einer akustischen Welt.</p>
<p>Auch der eigene Standpunkt bekommt eine völlig neue Qualität. Die physische Welt ist überlagert von einem virtuellen Layer. Diese virtuelle Welt ist aber völlig individualisiert. Während wir unsere physischen Erfahrungen untereinander abgleichen können, ist das in der virtuellen Welt nicht mehr möglich. Jeder ist gefangen in seiner <a href="http://blog.markdot.com/google-glauben-ist-sehen/">eigenen Bubble</a>, die ihm nur das zeigt, was in seiner Welt passt.</p>
<p>Wir sind also gegenwärtig in einem Erfahrungs-Hyperraum in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/4D" target="_blank">vierten Dimension</a>. Der Vergleich mit den Dimensionen ist passend, denn die vierte Dimension kann man sich nicht richtig vorstellen. Und was im Moment mit unserer Erfahrungswelt passiert, das verstehen wir auch (noch?) nicht. Aber wir haben eine Ahnung davon, genauso, wie wir auch eine Ahnung von einem 4-dimensionalen Objekt haben können:</p>
<p>Die erste Dimension ist die Linie. Die zweite Dimension ist die Fläche, die dritte der Würfel. Und die vierte Dimension, das ist der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tesserakt" target="_blank">Tesserakt</a>. Ein 4-dimensionaler Würfel sozusagen. Man kann ihn nicht darstellen, weil uns dazu eine Dimension fehlt, aber man kann ihn erahnen, indem man ihn auf eine Fläche projiziert. Und so richtig lebendig wird er, wenn er dazu noch rotiert. Ein Würfel, der rotiert, tut das um eine Achse. Ein Tesserakt, der rotiert, tut das um eine Fläche – logisch, eine Dimension mehr! Und das sieht dann so aus:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tesserakt"><img class="size-full wp-image-632  aligncenter" title="Tesserakt01" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Tesserakt01.gif" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Oder so, wenn der Tesserakt sogar um zwei Flächen rotiert:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tesserakt"><img class="size-full wp-image-634 aligncenter" title="Tesserakt02" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Tesserakt02.gif" alt="" width="150" height="150" /></a></p>
<p>Diese beiden Animationen eignen sich sehr gut, um über unsere gegenwärtige Erfahrungs- und Erlebniswelt, wo wir ebenfalls die vierte Dimension betreten haben, zu meditieren und gedanklich <a href="http://hypercube.milosz.ca/">herumzuspielen</a>.</p>
<p>Allenfalls kann es für das Verständnis hilfreich sein, wenn man sich die Gedanken nach einer rauschenden Cocktailparty macht&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">An Cocktailpartys redet man,<br />
Auf Post-it&#8217;s schreibt man&#8217;s auf sodann,<br />
Und druckt die eig&#8217;ne Position.<br />
Und jetzt? Die vierte Dimension!</p>
<p style="text-align: right;">14/52</p>
<p style="text-align: left;">Literatur:</p>
<ul>
<li>Backer Dirk, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3518294563/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3518294563" target="_blank">Studien zur nächsten Gesellschaft</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3518294563" border="0" alt="" width="1" height="1" /></li>
<li>McLuhan Marshall, <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3943330001/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3943330001" target="_blank">Die Gutenberg-Galaxis: Die Entstehung des typographischen Menschen</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3943330001" border="0" alt="" width="1" height="1" /></li>
<li>Ong Walter J., <a href="http://www.amazon.de/gp/product/0415281296/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=0415281296" target="_blank">Orality and Literacy (New Accents)</a><img style="border: none !important; margin: 0px !important;" src="http://www.assoc-amazon.de/e/ir?t=idomethod-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=0415281296" border="0" alt="" width="1" height="1" /></li>
</ul>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=631&amp;md5=baaf0cb1d5a506106c8288cbd8234a1b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Es ist (nicht) genauso, wie es scheint</title>
		<link>http://blog.markdot.com/es-ist-nicht-genauso-wie-es-scheint/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 20:40:53 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Eine erste wesentliche Erkenntnis der Quantenmechanik ist, dass kleinste Partikel gleichzeitig bewegt und unbewegt sein können. Und eine zweite Erkenntnis ist, dass die erste Erkenntnis für unser tägliches Leben vollkommen bedeutungslos ist. So dachte ich wenigsten, bis ich den TED-Talk von Aaron O&#8217;Connell, Making sense of a visible quantum object, gesehen hatte. Dank O‘Connells Vortrag [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Eine erste wesentliche Erkenntnis der Quantenmechanik ist, dass kleinste Partikel gleichzeitig bewegt und unbewegt sein können. Und eine zweite Erkenntnis ist, dass die erste Erkenntnis für unser tägliches Leben vollkommen bedeutungslos ist.</p>
<p>So dachte ich wenigsten, bis ich den <a href="http://www.ted.com/talks/aaron_o_connell_making_sense_of_a_visible_quantum_object.html" target="_blank">TED-Talk</a> von Aaron O&#8217;Connell, Making sense of a visible quantum object, gesehen hatte. Dank O‘Connells Vortrag habe ich erkannt, dass die Quantenmechanik sehr wohl einen wesentlichen Einfluss auf mein tägliches Leben hat. Allerdings anders, als ich das erwartet hätte.</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Fahrstuhl.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-570" title="Fahrstuhl" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/02/Fahrstuhl.jpg" alt="" width="203" height="204" /></a>Beginnen wir mit einem Beispiel: Wenn wir Fahrstuhl fahren, was machen wir dann? Kommt drauf an, oder? Darauf nämlich, ob wir alleine sind oder nicht. Wenn wir nicht alleine sind, dann gucken wir erfahrungsgemäss an die Decke oder starren ein Loch in die Wand. Wir stehen also möglichst ruhig, unauffällig und still da. Wenn wir aber alleine sind, dann ist das etwas ganz anderes. Da können wir die Garderobe richten, in der Nase bohren, Lockerungsübungen machen. Oder auch einfach ganz still stehen. Wenn wir also unbeobachtet sind, dann bewegen wir uns völlig frei und von ausserhalb des Fahrstuhls ist nicht erkennbar, was wir drinnen machen.</p>
<p>So geht es auch den quantenphysikalischen Partikeln. Die bewegen sich frei und völlig unbekümmert, hüpfen hierhin und dorthin und legen sich nicht fest. Man bezeichnet das als Supraposition. Sie sind also in einem undefinierten Zustand, sie sind noch nicht festgelegt. Erst dann, wenn sie beobachtet werden, legen sie sich fest.</p>
<p>Wenn man das auf den Fahrstuhlfahrer überträgt, der alleine unterwegs ist und sich in der Nase bohrt oder eben nicht, so ist auch er noch nicht festgelegt. Erst wenn er beispielsweis im obersten Stockwerk aussteigt und mit hohlem Kreuz und gereckter Brust den Flur hinunter schreitet und von allen Leuten respektvoll gegrüsst wird, wird für einen aussenstehenden Beobachter klar, dass es sich um den Generaldirektor handelt. Solange der Mensch alleine im Fahrstuhl ist, ist er also in einer Supraposition. Die Zeit im Fahrstuhl ist gewissermassen eine Auszeit, in der man sich selber sein kann, ohne die gesellschaftlich geforderte Rolle spielen zu müssen. Und erst das Umfeld legt fest, welche Rolle gespielt werden muss. Wenn nämlich der Herr Generaldirektor zu Hause aus dem Fahrstuhl steigt oder in einem Kaufhaus, dann nimmt er eine völlig andere Rolle ein, als am Arbeitsort.</p>
<p>Im Wechselspiel mit Beobachtern, mit anderen Menschen also und mit unserem Umfeld, wird fest gelegt, wer wir sind. Aus der Verbindung mit allen Dingen und Menschen um uns herum ergibt sich unser Sein. Es wird uns also weder von aussen aufgezwungen noch sind wir alleine dafür verantwortlich. Es geschieht im Wechselspiel.</p>
<p>In einem Wechselspiel ist aber alles möglich. Das Eine und dessen Gegenteil. Und wenn wir unsere Leben mal unter diesen Voraussetzungen betrachten, dann sehen wir, dass das in allen Bereichen so ist:</p>
<p>Die Geschichte der Wissenschaft ist voller Beispiele: Der Übergang vom geo- zum heliozentrischen Weltbild beispielsweise. Man nennt solche Wechsel auch Paradigmenwechsel und sehr oft bedeuten sie eine Umkehr ins Gegenteil. Oder, um mit Hegel zu sprechen: Jede These ruft nach einer Antithese. Die daraus resultierende Synthese wird ihrerseits zur neuen These, damit das Spiel wieder von vorne beginnen kann.</p>
<p>Im alltäglichen Leben kennen wir aus der Interaktion mit anderen Menschen die Situation, dass etwas, was uns selber sonnenklar ist, dem oder der anderen überhaupt nicht in den Kopf gehen will. Wer verheiratet ist, weiss wovon ich rede – jedenfalls dann, wenn die Ehe den üblichen Klischees entspricht.</p>
<p>Wenn man also die Erkenntnisse aus der Quantenphysik auf unser alltägliches Leben überträgt, dann heisst das, dass alles so ist, wie es ist, weil es sich im Wechselspiel mit allem und allen anderen befindet. Dass aber, da es sich um eine Wechselspiel handelt, es ebenso gut genau andersrum sein könnte.</p>
<p>Wir sind nur dann festgelegt, wenn wir davon ausgehen, dass wir es sind. Wovon wir ausgehen hängt auch davon ab, was wir denken, dass andere, Beobachter sozusagen, von uns erwarten. Und dann wird es je nach dem ein Zirkelschluss oder eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Denn natürlich können wir das Wechselspiel beeinflussen. Genauso, wie das quantenmechanische Partikelchen – aber das hat die Quantenphysik noch nicht heraus gefunden <img src="http://blog.markdot.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";-)" class="wp-smiley" /></p>
<p style="text-align: center;">Es ist genauso, wie es scheint,<br />
Und ganz genau auch wieder nicht.<br />
<span style="line-height: 24px;">Egal, wie fest man etwas meint:</span><br />
<span style="line-height: 24px;">Es gibt die gegenteil’ge Sicht!</span></p>
<p style="text-align: right;"><span style="line-height: 24px;">7/52</span></p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=569&amp;md5=d7f8a897a0a27b4b7a98802e7ac46936" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Die Wirklichkeit &#8211; Teil 1</title>
		<link>http://blog.markdot.com/die-wirklichkeit-teil-1/</link>
		<comments>http://blog.markdot.com/die-wirklichkeit-teil-1/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 08:15:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirklichkeit?!]]></category>
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		<category><![CDATA[Erfahrung]]></category>
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		<category><![CDATA[Wirklichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Zu Fragen, was die Realität sei, scheint müssig. So wie ein Fisch einfach im Wasser lebt, ohne es erklären zu müssen, so schwimmen wir gleichsam in der Realität. Aber im Gegensatz zum Wasser ist die Realität, die uns umgibt, begreifbar: Der Stuhl auf dem ich sitze, das Fenster, aus dem ich schaue, die Strasse, das [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Zu Fragen, was die Realität sei, scheint müssig. So wie ein Fisch einfach im Wasser lebt, ohne es erklären zu müssen, so schwimmen wir gleichsam in der Realität. Aber im Gegensatz zum Wasser ist die Realität, die uns umgibt, begreifbar: Der Stuhl auf dem ich sitze, das Fenster, aus dem ich schaue, die Strasse, das Haus, der Wald. Alles ist fass- und damit begreifbar.</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-151" title="UnderTheSea (c) philippkeusen.com" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2010/09/UnderTheSea-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" />Forschungen in Physik und insbesondere in der Quantenphysik zeigen nun aber, dass diese Realität gar nicht so fassbar ist, wie wir meinen. Die seit den alten Griechen dauernde Suche nach den kleinsten Teilchen war nämlich bislang erfolglos. Nach den zuerst theoretisch vermuteten und dann praktisch nachgewiesenen Atomen, die ihrerseits aus Atomkern und darum herum kreisenden Elektronen bestehen, war die Suche nach den kleinsten Teilchen nicht zu Ende. Immer kleinere Teilchen wurden gefunden, die sich immer merkwürdiger verhielten. An einem bestimmten Punkt konnte selbst die bis anhin gebräuchliche Trennung zwischen einem Teilchen und einer Welle nicht mehr aufrecht erhalten werden.</p>
<p>Die Welle, also die Art und Weise, wie beispielsweise Licht sich ausbreitet, galt als Gegenspieler zu den Teilchen. Im subatomaren Bereich jedoch verschmelzen die beiden Formen komplett. Ob etwas als Teilchen oder als Welle wahrgenommen wird, wird vom Beobachter bestimmt.</p>
<p>Auf der Ebene der Sprache werden die Teilchen eher mit Substantiven, Wellen eher mit Verben beschrieben. Die Realität besteht aus Teilchen, und damit aus Substantiven. Das deutsche Wort für Realität, Wirklichkeit, enthält das Wort wirken. Interessant ist das vor allem deshalb, weil wirken ein Verb ist. Und Verben, so meinen wir, sind nicht begreifbar, weil sie nicht stofflich sind. Könnte es aber nicht sein, dass das, was die Wirklichkeit im Innersten ausmacht, ein Verb ist, ein Prozess, eine Tätigkeit? Eben: ein Wirken? Viele Begebenheiten, die wir durchaus der Wirklichkeit zuordnen, sind nicht-stofflicher Natur. Zum Beispiel die Liebe – lieben – als Beispiel für Gefühle, welche allesamt nicht-stofflich sind und die wir trotzdem durchaus begreifen und verstehen können<sup class='footnote'><a href='#fn-149-1' id='fnref-149-1' onclick='return fdfootnote_show(149)'>1</a></sup>.</p>
<p>Offenbar gibt es also gar nichts, zumindest keine Teilchen. Alles, was wir als real und wirklich wahrnehmen, ist in Wahrheit einfach nichts. Wenn man diesen Gedanken weiter denkt, dann könnte man zum Ergebnis kommen, dass die Trennung zwischen stofflicher und nicht-stofflicher Welt eine künstliche ist<sup class='footnote'><a href='#fn-149-2' id='fnref-149-2' onclick='return fdfootnote_show(149)'>2</a></sup>. Diese Trennung ist  in der Natur so nicht angelegt ist, trotzdem nehmen wir sie so wahr. Unsere Wahrnehmung ist eingeschränkt und weitgehend angelernt und damit veränderbar. Die Wirklichkeit entsteht im Wechselspiel von „äusseren Begebenheiten“<sup class='footnote'><a href='#fn-149-3' id='fnref-149-3' onclick='return fdfootnote_show(149)'>3</a></sup> mit unserer Wahrnehmung.</p>
<p>Die Realität besteht also im Kern aus etwas nicht be-greif-barem, sie besteht aus nichts. Was die Realität ausmacht ist ein Wirken, man müsste also treffender wohl von einer „Wirkenlichkeit“ sprechen.</p>
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<div class='footnotes' id='footnotes-149'>
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<li id='fn-149-1'>diese Einsicht verdanke ich dem Quantenphysiker Hans-Peter Dürr, der seine Sicht der Welt eindrücklich in <span style="color: #000000;"><a href="http://www.videoportal.sf.tv/video?id=3e6d73db-06d9-4a65-bf5e-e678dc755b16" target="_blank">diesem</a> </span>Interview darlegt <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-149-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-149-2'>mehr dazu im englischen Post <span style="color: #000000;"><a href="http://blog.markdot.com/hello-world/?lang=en" target="_blank">strive for the intangible things</a></span> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-149-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-149-3'>Ich habe die Anführungszeichen deshalb gesetzt, weil wohl auch diese Trennung eine künstliche ist <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-149-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=149&amp;md5=a924b3a2afd520f2a01d0524d88c6c8c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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