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	<title>Mark. Alder &#187; Technologie</title>
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	<description>Reden - und über&#039;s Reden reden</description>
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		<title>Mark. Alder</title>
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		<title>Von der Füllfeder zur Computermaus</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Apr 2013 18:55:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Information wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte unterschiedlich transportiert. In grauer Vorzeit war alle Information mündlich. Der Mensch lebte im akustischen Raum. Mit der Erfindung der Schrift, mit dem Federkiel, änderte sich das. Die Welt wurde visuell und Wissen war plötzlich auch dem Auge zugänglich. Man konnte Information ausserhalb des Kopfes aufbewahren. In dieser Zeit existierten [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Maus-und-Feder.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-626" title="Maus und Feder" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Maus-und-Feder-300x298.jpg" width="300" height="298" /></a>Information wurde im Laufe der Menschheitsgeschichte unterschiedlich transportiert. In grauer Vorzeit war alle Information mündlich. Der Mensch lebte im akustischen Raum.</p>
<p>Mit der Erfindung der Schrift, mit dem Federkiel, änderte sich das. Die Welt wurde visuell und Wissen war plötzlich auch dem Auge zugänglich. Man konnte Information ausserhalb des Kopfes aufbewahren. In dieser Zeit existierten jedoch die mündliche und die schriftliche Übermittlung von Information parallel nebeneinander.</p>
<p>Die Füllfeder wurde abgelöst durch den Buchdruck, welcher die Visualisierung verschärfte. Während der sogenannten <a href="http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">Gutenberg-Klammer</a>, also nach Erfindung des Buchdruckes, wurde dann die orale Übermittlung von Wissen im grossen Stil von der visuellen abgelöst. Information war nun primär schriftlich.</p>
<p>Schrift aber ist zuerst einmal seriell. Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Seite für Seite, ja Buch für Buch eignen wir uns das Wissen an. Wissen wird einer Schnur gleich erworben, auf die Perle um Perle aufgefädelt wird.</p>
<p>Gedruckte Schrift ist auch universell. Alle lesen dasselbe. Und Wissen wird durch den Buchdruck zunehmend als Produkt wahrgenommen. Wissen ist nicht mehr ein Prozess, ein Fluss, etwas, das sich fortlaufend weiter entwickelt. Wissen wird in dieser Zeit zu etwas, das man besitzt, etwas, das einem gehört.</p>
<p>Mit der Einführung des Computers verändert sich das wieder. Wissen ist nicht mehr seriell. Hypertext verhindert, dass ein Text von vorne bis hinten durchgelesen wird. Wir nehmen Information springend auf, wir hüpfen von Happen zu Happen. Wissen wird wieder zu einem <a href="http://blog.markdot.com/versionen-nicht-originale/%20http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">Prozess</a>, ist nicht mehr Produkt. Damit erklären sich auch die gegenwärtigen Probleme mit dem Copyright im Internet (mehr dazu <a href="http://blog.markdot.com/gutenberg-klammer-und-copyright/">hier</a>).</p>
<p>Wissen ist auch nicht mehr universell. Jeder erschliesst sich das Wissen in einer anderen Reihenfolge, mit anderen Prioritäten und Gewichtungen. Wir sind also wieder im ursprünglichen akustischen Raum, den wir uns jetzt aber visuell erschliessen. Die Spirale hat sich einmal gedreht, wir sind eine Runde weiter gekommen. Von der Füllfeder zur Computermaus.</p>
<p>Spannend ist, dass die Wissenschaft, das Schulsystem und unser Denken noch im Füllfederzeitalter stecken. Es bleibt also spannend!</p>
<p style="text-align: center;">Die Bücher liest man linear.<br />
Doch Hypertext und Internet,<br />
Die sind, und das ist wunderbar,<br />
Vernetzt, verzahnt, verlinkt komplett!</p>
<p style="text-align: right;">13/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=625&amp;md5=73294d49359c1e453de80c5e68dc8ad1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Für eine Binärisierung des Alltags</title>
		<link>http://blog.markdot.com/f%c3%bcr-eine-bin%c3%a4risierung-des-alltags/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Mar 2013 11:31:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Idee]]></category>
		<category><![CDATA[Gedanke]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine gute Freundin aus Deutschland hat mir eine Nachricht geschickt und mich etwas gefragt. Ich sah die Nachricht auf meinem Mobiltelefon, konnte aber gerade nicht antworten und habe mir das deshalb für später vorgenommen. Später, als ich wieder Zeit hatte und die Nachricht beantworten wollte, habe ich sie nicht mehr gefunden. Ich wusste nicht mehr, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/Ansichtskarte.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-609" title="Ansichtskarte" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/Ansichtskarte-300x298.jpg" width="300" height="298" /></a>Eine gute Freundin aus Deutschland hat mir eine Nachricht geschickt und mich etwas gefragt. Ich sah die Nachricht auf meinem Mobiltelefon, konnte aber gerade nicht antworten und habe mir das deshalb für später vorgenommen.</p>
<p>Später, als ich wieder Zeit hatte und die Nachricht beantworten wollte, habe ich sie nicht mehr gefunden. Ich wusste nicht mehr, über welchen Kanal ich die Nachricht erhalten hatte. Es war keine Mail, auch keine Facebook-Message und auch bei Google Plus oder Twitter war sie nicht. WhatsApp? SMS? Ich wusste es einfach nicht mehr. &#8211;</p>
<p>Das Leben wird immer komplexer. Auf immer mehr Kanälen prasselt immer mehr Information auf uns ein. Unsere Aufmerksamkeit wird ein immer kostbareres Gut. Und dieses Gut wird zwischen immer mehr Anspruchsgruppen aufgeteilt.</p>
<p>Aber Moment mal, wie kann das denn eigentlich sein? Unser Leben verlagert sich ja zunehmend in die digitale Welt, Bildschirme bestimmte mehr und mehr unseren Alltag. Und all die digitalen Gadgets sind doch alles andere als komplex. Das sind bloss binäre Realitäten. 0 oder 1, an oder aus, schwarz oder weiss. So einfach ist das, so einfach ist digital. Die Computer erzeugen all diese verblüffende Vielfalt mit dieser einen, grundlegenden Unterscheidung.</p>
<p>Die Komplexität entsteht erst in unserem Kopf, der nach wie vor analog funktioniert. Und da steckt denn auch das Problem. Die Welt entwickelt sich so schnell weiter, die Evolution kann da nicht mithalten. Evolution braucht Generationen, um sich neuen Bedingungen anzupassen. Und soviel Zeit gibt es im Moment nicht, die Entwicklung läuft viel zu schnell. Es braucht viel schneller Anpassungsmechanismen. Weil wir also nicht auf die Evolution warten können, müssen wir uns selber anpassen, kulturelle Überformung nennt sich das. Unsere Kultur, unser Denken muss binärisiert werden: die Binärisierung des Alltags ist geboten.</p>
<p>Es gibt nur zwei Arten von Menschen auf der Welt: Die, die die Menschheit in zwei Arten einteilen, und die, die das nicht tun. Ich mag es, die Welt zweizuteilen: wichtig und unwichtig, gut und böse, jetzt oder später. Mehr braucht es nicht, das reicht vollauf. Die digitale Welt ist schwarz/weiss, und daraus entsteht ihre grenzenlose Vielfalt. Sparen wir uns die Grautöne für die verbleibenden Nischen der analoge Welt. Ich werde die Freundin aus Deutschland bitten, mir eine Ansichtskarte zu schreiben!</p>
<p style="text-align: center;">Digital, das heisst binär,<br />
Und vereinfacht alles sehr:<br />
Schwarz und Weiss tut&#8217;s nur noch geben,<br />
Grau gibt es nicht mehr im Leben.</p>
<p style="text-align: right;">11/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=606&amp;md5=9c970df6b02e6b23361f1069858ac3b0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gutenberg-Klammer und Copyright</title>
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		<pubDate>Mon, 11 Mar 2013 18:28:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die „Gutenberg-Klammer“ bezeichnet die Erkenntnis, dass der Buchdruck eine Besonderheit, eine Ausnahmeerscheinung ist in der Geschichte der Menschheit. Vor der Gutenberg-Klammer wurde Information mündlich weiter gegeben. Sie hat sich bei der Weitergabe verändert und weiter entwickelt. Information war also nichts statisches, sie wurde als Prozess verstanden, nicht als Produkt. Information war nicht denkbar ohne den [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die „Gutenberg-Klammer“ bezeichnet die Erkenntnis, dass der Buchdruck eine Besonderheit, eine Ausnahmeerscheinung ist in der Geschichte der Menschheit.</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/i-nformation.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-599" title="i-nformation" alt="" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/i-nformation-300x298.jpg" width="300" height="298" /></a>Vor der Gutenberg-Klammer wurde Information mündlich weiter gegeben. Sie hat sich bei der Weitergabe verändert und weiter entwickelt. Information war also nichts statisches, sie wurde als Prozess verstanden, nicht als Produkt. Information war nicht denkbar ohne den Kontext des Erzählers und der Zuhörer. Entsprechend gab es auch kein Gefühl von Eigentum dabei, denn die Information wurde im Prozess der Wiedergabe jedes Mal aufbereitet für die konkrete Situation und die aktuellen Zuhörer.</p>
<p>Nach der Erfindung des Buchdruckes durch Gutenberg wurde Information zunehmend als Produkt wahrgenommen und es entstand ein Gefühl von Besitz. Das hing damit zusammen, dass mit dem Buchdruck ein neues ökonomisches Modell eingeführt werden musste. Vor Gutenberg wurden Bücher von Kopisten von Hand kopiert. Wer also ein Buch wollte, der hat einem Kopisten Geld gegeben, damit er das Buch abschreibt. Für den Buchdruck hingegen war dieses Modell nicht mehr tauglich. Jetzt war Kapital nötig, bevor man einen einzigen Käufer für ein Werk hatte. Dieses Risikokapital musste anschliessend wieder eingespielt werden. Der Buchdrucker (und nicht der Autor eines Werkes!) hatte also ein Interesse daran, dass der Inhalt des von ihm gedruckten Buches geschützt werden konnte, weil die Verbreitung der Information kapitalintensiv war.</p>
<p>Auch wurde Information wegen des Buchdruckes zunehmend linear, eben Zeile für Zeile wahrgenommen. Wenn man Information liest sind keine Rückfragen an den Erzähler möglich.</p>
<p>Gegenwärtig befinden wir uns im Ausgang aus der Gutenberg-Klammer. Information wird zunehmen wieder zum Prozess, die Produkt-Eigenschaften treten in den Hintergrund. Information wird von Klick zu Klick weiter gegeben und unterwegs verändert. Man nennt das mash-up. Information ist nicht mehr linear, sondern vernetzt. Auch deswegen nimmt das Bewusstsein von Besitz ab. Im Internet fliesst Information, sie ist nicht mehr statisch Man könnte fast den Eindruck bekommen, als würde Information wieder in ihren Ur-Zustand versetzt, den sie all die Jahrhunderte und Jahrtausende vor dem Buchdruck hatte. Nur dass sie diesmal viel schneller und global fliesst.</p>
<p>Und wie schon zu Beginn der Gutenberg-Klammer hinkt auch diesmal das Gesetzt den tatsächlichen Gegebenheiten hinterher. 1450 hat Gutenberg sein erstes Werk gedruckt. Man geht davon aus, dass es sich dabei um die Lateinische Grammatik von Donatus handelte. Die Geschichte Gutenbergs ist sehr schön beschrieben in der Kindle-Single von <a href="http://www.amazon.de/gp/product/B007EI62I0/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=B007EI62I0%22" target="_blank">Jeff Jarvis, Gutenberg the Geek</a>.</p>
<p>Im deutschsprachigen Raum gab es erst 450 Jahre später, zu Beginn des 19. Jahrhunderts Urheberrechtsgesetze, nachdem naturrechtliche Philosophen im ausgehenden 18. Jahrhundert die philosophischen Grundlagen für die Idee des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geistiges_Eigentum" target="_blank">geistigen Eigentums</a> entwickelt hatten.</p>
<p>Im Ausgang aus der Gutenberg-Klammer bleibt dem Reicht nicht mehr so viel Zeit, sich anzupassen. Gelebte Wirklichkeit und rechtlicher Rahmenbedingungen klaffen schon jetzt sehr weit auseinander. Nicht nur kann das geltende Recht im Bereich der Urheberrechtsgesetzgebung nicht mehr angemessen durchgesetzt werden (das alleine würde auch niemals ausreichen), sondern empfindet die Gesellschaft rechtlich verpönte Handlungen nicht nur als erlaubt, sondern geradezu als zwischenmenschliche Pflicht! Wenn mich ein Kollege bittet, ein eBook, eine CD oder einen Film zu kopieren gibt es einfach keinen Grund, das nicht zu tun. Es kostet mich nichts, braucht fast keine Zeit und teilen ist schliesslich eine Tugend. Dieses Dilemma zwischen gelebter und rechtlicher Wirklichkeit muss aufgehoben werden. Und das geht vernünftigerweise nur, wenn sich das Recht anpasst.</p>
<p>Im Ausgang aus der Gutenberg’schen Klammer ist also der Gesetzgeber gefordert, der Information zum freien Fluss zu verhelfen, den sie schon immer genoss. Ausser in der verhältnismässig kurzen Zeit innerhalb der Gutenberg-Klammer.</p>
<p style="text-align: center;">Gutenberg hat ihn erfunden,<br />
Bald ist wieder er verschwunden,<br />
Denn der Buchdruck, welch ein Jammer,<br />
Ist historisch bloss ne Klammer.</p>
<p style="text-align: right;">10/52</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=596&amp;md5=c681bd1ea427d0fb904aec18213eeda5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Die (mentale) Geschichte des Fliegens</title>
		<link>http://blog.markdot.com/die-mentale-geschichte-des-fliegens/</link>
		<comments>http://blog.markdot.com/die-mentale-geschichte-des-fliegens/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 03 Jun 2012 19:40:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer kennt sie nicht: die Gebrüder Wright, Otto Lilienthal oder den berühmten Schneider von Ulm. Pioniere der Luftfahrt, deren Geschichte nach gängiger Vorstellung folgendermassen kurz zusammengefasst werden kann: Zu Beginn des 19. Jh. stürzte der Schneider von Ulm beim Versuch, über die Donau zu Fliegen, unter dem Gespött der Leute in den Fluss ab. 70 [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.philippkeusen.com/?p=931"><img class="alignleft size-medium wp-image-744" title="286365-traffic-" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/06/286365-traffic--300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a>Wer kennt sie nicht: die Gebrüder Wright, Otto Lilienthal oder den berühmten Schneider von Ulm. Pioniere der Luftfahrt, deren Geschichte nach gängiger Vorstellung folgendermassen kurz <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flugzeug#Geschichte" target="_blank">zusammengefasst</a> werden kann:</p>
<p>Zu Beginn des 19. Jh. stürzte der Schneider von Ulm beim Versuch, über die Donau zu Fliegen, unter dem Gespött der Leute in den Fluss ab. 70 Jahre später brachte Otto Lilienthal einige lächerliche Hopser zustande.</p>
<p>Ende des 19. Jh., hundert Jahre oder vier Generationen nach dem Schneider von Ulm, schafften verschiedene Protagonisten Hüpfer von einigen Metern mit unterschiedlichen Techniken und unterschiedlicher Resonanz in der Bevölkerung. Teilweise gab es Augenzeugen, teilweise wurden die Anstrengungen sogar fotografiert.</p>
<p>Interessant aber ist, dass in dieser Zeit eine umfangreiche Theorie und Literatur zum Thema Flugzeug der Kategorie „schwerer als Luft“ herausbildete. Die Menschen begannen also sukzessive an eine theoretische Möglichkeit zu glauben, dass so etwas wie das Fliegen möglich sein könnte.</p>
<p>Und zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tipping-Point" target="_blank">Tipping-Point</a> erreicht: Nachdem die Gebrüder Wright 1903 den ersten gesteuerten Motorflug durchgeführt hatten, dauerte es nur bis 1909 um mit einem motorisierten Flugzeug den Ärmelkanal zu überqueren. 1919 schon gelingt der erste Nonstop-Flug über den Atlantik. Und heute überzieht ein dichtes Netzt von Flugstrassen unseren Planeten und das Fliegen ist ein ganz selbstverständlicher Teil unseres täglichen Lebens geworden.</p>
<p>Einerseits ist es erstaunlich, in wie kurzer Zeit der Traum vom Fliegen schliesslich verwirklicht wurde: Es dauerte nur etwa 20 Jahre vom ersten motorisierten Hüpfer bis zum Nonstop-Flug über den Atlantik.</p>
<p>Andererseits ist das absolut verblüffende daran jedoch, wie lange es gedauert hat, denn der Traum des Fliegens ist sehr alt – fast ebenso alt wie die Naturgesetze, die das Fliegen ermöglichen!</p>
<p>Man denke an die griechische Mythologie und die Geschichte von Dädalus und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Daidalos#Daidalos_und_Ikaros" target="_blank">Ikarus</a> &#8211; schon damals also träumten die Menschen vom Fliegen. Aber genau solche Überlieferungen und Geschichten sind auch das Problem, denn mit ihnen  wurde im kollektiven Bewusstsein die Idee festgesetzt, dass Fliegen nicht möglich ist und der Versuch dazu die Götter erzürne. Ikarus flog im Übermut zu nahe an die Sonne, seine wächsernen Flügel schmolzen und er stürzte ab.</p>
<p><em>Der kollektive Referenzrahmen sah das Fliegen nicht vor.</em> Es war also immer ein mentales Problem und kein technisches – wenigstens nicht primär! Mit dieser Erkenntnis lässt sich einiges erklären! Man hat beispielsweise 1986 zweifelsfrei nachgewiesen, dass der Flugapparat des Schneiders von Ulm aus dem Jahre 1811 absolut flugtauglich gewesen wäre! Aber die damalige Zeit war nicht bereit dafür, das kollektive Bewusstsein, welches den Referenzrahmen schafft, lehnte die Möglichkeit des Fliegens ab. Darum konnte der Versuch des Schneiders von Ulm nicht gelingen.</p>
<p>Es gab (und gibt!) immer Leute, die nicht so dachten wie alle anderen. Es gab Menschen, die an die Möglichkeit des Fliegens glaubten und daran arbeiteten. Solche Menschen mussten mental stark und eigenständig sein und sich einen eigenen Referenzrahmen schaffen.</p>
<p>Im Verlaufe des 18. Jahrhunderts schafften es die Gebrüder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heissluftballon#Geschichte" target="_blank">Montgolfier</a>, einen Heissluftballon zu konstruieren. Sie kamen drauf, weil sie beobachtet hatten, dass Rauch aufsteigt. So konnten 1783 stieg der erste bemannte Heissluftballon in den Himmel. Mit dieser Erkenntnis hat sich die Idee des Fliegens Schritt für Schritt im kollektiven Bewusstsein der Menschheit einzunisten begonnen. Der kollektive Referenzrahmen begann sich also langsam zu verschieben.</p>
<p>Es fällt auf, dass sowohl die Montgolfieres als auch die Wrights Brüder waren. Das ist deshalb bezeichnend, weil zwischen Geschwistern oftmals ein sehr enges Verhältnis besteht, welches offenbar in der Lage ist, sich einen eigenen Referenzrahmen zu schaffen.</p>
<p><em>Dieses System der schrittweisen Referenzrahmenverschiebung ist tief in der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Evolution#Fossile_.C3.9Cberlieferung" target="_blank">Evolution</a> verankert.</em> Denn das Fliegen haben ja nicht erst wir Menschen erfunden, sondern wir haben es von den Fischen gelernt! Das Leben ist im Meer entstanden (vor 4 Mia. Jahren), irgendwann hat sich der erste Fisch (entstanden vor 500 Mio. Jahren) an Land getraut (vor 400 Mio. Jahren) und etwas später auch in die Luft (vor 350 Mio. Jahren).</p>
<p>Der kollektive Referenzrahmen verschiebt sich immer noch weiter: Raumfahrt, bemannte Raumfahrt, Mondlandung, Raumstation, kommerzielle Raumfahrt, Besiedlung des Mondes und so weiter.</p>
<p style="text-align: center;">Technik braucht zum Funktionieren<br />
Menschen die experimentieren.<br />
Überdies, das ist zentral,<br />
Braucht&#8217;s Bereitschaft auch mental!</p>
<p style="text-align: right;">22/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=741&amp;md5=8dd833291942c34a9753f1e0c791a94a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Blackout</title>
		<link>http://blog.markdot.com/blackout/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 May 2012 19:55:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Technologie]]></category>
		<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Beim Computer nennt man es „blue screen“, wenn er plötzlich bockt und einfach nichts mehr geht. Blue screen kennzeichnet eine bestimmte Kategorie von Fehlermeldungen, die insbesondere (aber nicht nur, leider) von Microsoft Computern angezeigt werden. Dabei wird nach einem kritischen System- oder Programmfehler das System gestoppt. Um Schäden an Betriebssystem und Hardware zu verhindern, wird [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/bluescreen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-736" title="bluescreen" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/bluescreen-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Beim Computer nennt man es „blue screen“, wenn er plötzlich bockt und einfach nichts mehr geht. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Blue_Screen_of_Death" target="_blank">Blue screen</a> kennzeichnet eine bestimmte Kategorie von Fehlermeldungen, die insbesondere (aber nicht nur, leider) von Microsoft Computern angezeigt werden. Dabei wird nach einem kritischen System- oder Programmfehler das System gestoppt. Um Schäden an Betriebssystem und Hardware zu verhindern, wird die Bedienoberfläche des Betriebssystems vollständig durch einen blauen Bildschirm ersetzt, auf dem in weißer Schrift die Fehlerinformationen erscheinen – für einen Laien total unverständlich und sehr ärgerlich.</p>
<p>Ärgerlich auch deshalb, weil das meistens dann passiert, wenn man stundenlang an einem Text gearbeitet hat, ohne ihn gelegentlich zu speichern. Und dann fragt man sich, wie so etwas möglich ist. Seit dem letzten Samstag weiss ich die Antwort – aber ich muss dazu etwas ausholen.</p>
<p>Computer werden von Menschen erdacht, hergestellt und programmiert. Der Begriff der „künstlichen Intelligenz“ zeigt, welches Ziel dabei, bewusst und unbewusst, verfolgt wird: Das Erschaffen einer menschenähnlichen Maschine. Bagger verlängern unsere Arme, Autos ersetzen unsere Beine und Computer vervielfachen die Leistungsfähigkeit unseres Hirns.</p>
<p>Was Menschen machen, wird immer menschlich sein, ein Abbild des Erschaffers. Wenn Ingenieurinnen eine Organisation bilden, dann sieht die völlig anders aus, als eine Organisation von Kindergärtnern.</p>
<p>Wenn Menschen also eine künstliche Intelligenz erschaffen, dann ist dieses mechanische oder elektronische Hirn eben halt auch menschlich – und damit fehlerbehaftet. Natürlich ist irren menschlich, aber der Mensch vererbt diese Eigenschaft weiter an seine Schöpfungen. (und nebenbei gesagt ist, zumindest in einem religiösen Kontext, die Frage interessant, woher der Mensch seinerseits diese Eigenschaft geerbt haben könnte&#8230;?!).</p>
<p>Der Computer hat, so meine Erkenntnis, den blue screen von uns gelernt. Am letzten Samstag habe ich nämlich persönlich die „Mutter des blue screens“ kennen gelernt, das Blackout:</p>
<p>Ich stand auf einer Bühne vor vielen Leuten, ein wichtiger und bedeutungsvoller Anlass. Meine Rede sollte sieben Minuten dauern, aber nach 90 Sekunden war Schluss, wenigstens vorläufig. Ich hatte ein komplettes Blackout und keine Ahnung mehr, was ich als nächstes sagen wollte.</p>
<p>Computerbildschirme werden blau, mir wurde schwarz vor Augen. Computer müssen in dieser Situation neu gestartet werden. Ich hingegen musste ein wenig auf der Bühne hin und her gehen, belämmert drein schauen und hilflos mit den Armen rudern.</p>
<p>Computer sind uns Menschen also ähnlicher, als man denkt. So ähnlich, dass wir sogar von ihnen lernen können: Computer tun nämlich nach dem Neustart so, als sei überhaupt nichts passiert. Ich hingegen hatte Schweissperlen auf der Stirn und einen roten Kopf. Immerhin hat der Mund wieder funktioniert, und ich habe die Rede fertig gehalten.</p>
<p>Meine Erkenntnis: Nie mehr über einen blue screen schimpfen, denn das kann ja jedem mal passieren&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">Du kennst doch das Gefühl genau,<br />
Wenn plötzlich wird dein Bildschirm blau?<br />
Dann denk&#8216;, wenn es dir davor graut,<br />
Du hast das auch, man nennt&#8217;s Blackout.</p>
<p style="text-align: right;">21/52</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=734&amp;md5=9f46237472e7183d47fb9abc553cd05e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Ein Meta-Fenster zur Welt</title>
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		<pubDate>Sun, 13 May 2012 18:58:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Früher begann ich meinen Tag mit dem Durchblättern einer Tageszeitung während des Kaffees am Frühstückstisch. Journalisten, Korrespondenten und Redakteure hatten darin die wichtigsten Ereignisse der letzten 24 Stunden sortiert, zusammengefast und aufbereitet. Das Meiste davon interessierte mich nicht, in der Regel las ich einen oder zwei Artikel. Die Zeitung kam anschliessend auf einen Stapel, dieser [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/meta-schnittstelle.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-724" title="meta schnittstelle" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/meta-schnittstelle-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a>Früher begann ich meinen Tag mit dem Durchblättern einer Tageszeitung während des Kaffees am Frühstückstisch. Journalisten, Korrespondenten und Redakteure hatten darin die wichtigsten Ereignisse der letzten 24 Stunden sortiert, zusammengefast und aufbereitet. Das Meiste davon interessierte mich nicht, in der Regel las ich einen oder zwei Artikel. Die Zeitung kam anschliessend auf einen Stapel, dieser wurde einmal pro Monat gebündelt und diese Bündel wurden zweimal jährlich von Schulkindern eingesammelt. Trotzdem war die Zeitung mein Fenster, meine Schnittstelle zur Welt.</p>
<p>Heute greife ich schon vor dem Aufstehen nach dem Handy und scrolle durch den Twitterstream, die RSS-Feeds und die Facebook timeline. Ich finde dort Informationen zu Themen, die mich interessieren, aufbereitet von unzähligen Menschen. Unbekannte, Freunde, Gleichgesinnte haben Texte und Tweets geschrieben, gegenseitig kommentiert und weiter verbreitet. Auch ich verarbeite das Gelesene weiter, indem ich kommentiere und einzelne Artikel und Meldungen weiter empfehle. Man nennt dieses Aufbereiten, Zusammentragen und Weiterverbreiten von Information <a href="http://de.wiktionary.org/wiki/kuratieren" target="_blank">Kuratieren</a>. All diese kuratierenden Menschen sind mein neues Fenster zur Welt.</p>
<p>Und zunehmend werden Menschen dabei von Tools unterstützt. Diese helfen dabei, Informationen zu finden und anschliessend aufzubewahren.  Ausserdem fördern sie die Zusammenarbeit zwischen Gleichgesinnten. Für Fotos kennt man solche Tools (<a href="http://instagr.am/" target="_blank">Instagram</a>, <a href="http://pinterest.com/" target="_blank">Pinterest</a>) schon lange. Wenn es um Information geht, heissen sie beispielsweise <a href="http://storify.com/" target="_blank">Storify</a> oder <a href="http://www.pearltrees.com/" target="_blank">Pearltree</a>.</p>
<p>Noch eine Stufe weiter geht <a href="http://www.narrativescience.com/" target="_blank">Narrative Science</a>, eine Firma aus Chicago, Illinois. Hier unterstützen Tools, also Algorithmen, nicht nur beim Kuratieren, hier verfassen diese Algorithmen eigenständig Texte: Computer analysieren Daten von Baseball-Spielen oder Börsenkurse und andere Datenströme und verfassen daraus journalistische Texte. <a href="http://www.wired.com/gadgetlab/2012/04/can-an-algorithm-write-a-better-news-story-than-a-human-reporter/all/1" target="_blank">Wired</a> fragt dazu, ob Algorithmen bessere Newsstorys schreiben können als Menschen. Wir sind wohl (noch?) nicht so weit, dass ein Computer den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Henri-Nannen-Preis" target="_blank">Henri-Nannen-Preis</a> gewinnen könnte. Aber der Schritt zu computergeneriertem Inhalt ist logisch und macht Sinn. Computer belegten zuerst die Schnittstelle zur realen Welt. Zunehmend produzieren sie nun aber auch eigenständige Informationen zu dieser Welt in Form von Daten. Prädestiniert dafür sind der Sport und die Finanzwelt, wo Daten in einer unüberschaubaren Fülle und in hoher Qualität erzeugt werden. Daten aber sind nichts als Zahlen. Und die Interpretation von Zahlen war noch nie eine Stärke von uns Menschen, wir ziehen in der Regel Buchstaben vor: Alle Internetadressen sind letztlich Zahlen. Sie werden vom sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Domain_Name_System" target="_blank">Domain Name System</a> in Buchstaben übersetzt, die wir uns merken können.</p>
<p>Und genauso verfährt Narrative Science, deren Algorithmen aus den Zahlenbergen verständliche Texte machen. Man kann das verstehen wie eine weitere Schnittstelle zur Welt, aber auf einer höheren Ebene: Der Computer ist nicht mehr bloss das Fenster zur Welt, sondern eine Schnittstelle zu computergenerierten Daten über die Welt, quasi eine Meta-Schnittstelle also.</p>
<p>Allerdings werde ich wohl auch morgen früh wieder selber all die Tweets, RSS-feeds und die Facebook timeline lesen müssen. Inhalt kann wie gesehen mittlerweile maschinell hergestellt werden, die Konsumation jedoch bleibt nach wie vor „Handarbeit“. Es braucht uns Menschen also noch <img src="http://blog.markdot.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif" alt=";-)" class="wp-smiley" /></p>
<p style="text-align: center;">Zeitung war ein Fenster hin<br />
Zu der Welt, das machte Sinn.<br />
Doch Computer kuratieren<br />
Meta-Daten zum studieren!</p>
<p style="text-align: right;">19/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=717&amp;md5=b85d07045f3c2851de115075cb01fa34" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Instagram und NLP</title>
		<link>http://blog.markdot.com/instagram-und-nlp/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 May 2012 11:18:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wirklichkeit?!]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe letzthin wieder einmal die Fotos meiner Kindheit angeschaut, die liebevoll in Alben eingeklebt im Büchergestell meiner Eltern verwahrt sind. Die Aufnahmen sind mittlerweile, nach mehr als dreissig Jahren, leicht verblichen und waren wohl auch ursprünglich nicht besonders farbecht. Die Farben sind zu satt und die Kontraste zu weich, die Konturen sind nicht wirklich [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe letzthin wieder einmal die Fotos meiner Kindheit angeschaut, die liebevoll in Alben eingeklebt im Büchergestell meiner Eltern verwahrt sind. Die Aufnahmen sind mittlerweile, nach mehr als dreissig Jahren, leicht verblichen und waren wohl auch ursprünglich nicht besonders farbecht. Die Farben sind zu satt und die Kontraste zu weich, die Konturen sind nicht wirklich scharf sondern auf eine charmante Weise leicht verschwommen und mit geringer Tiefe. Das verleiht den Fotografien etwas traumhaft-idyllisches, etwas harmonisches und weckt den Anschein, als sei die Welt damals in Ordnung gewesen.</p>
<p>Tatsächlich sind meine Erinnerungen an die Kindheit geprägt von diesen Fotografien. Die Momente, die darauf festgehalten sind, sind auch die Momente, die sich in der Folge in meinem Gedächtnis festgesetzt haben. Und sie haben sich nicht so festgesetzt, wie sie „wirklich“ waren, sondern so, wie sie auf den Fotos dargestellt wurden.</p>
<div id="attachment_706" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/Nikolaus.jpg"><img class="size-medium wp-image-706" title="Nikolaus" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/05/Nikolaus-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">blog.philippkeusen.com</p></div>
<p>Natürlich hat das auch Grenzen, so entspricht meine Erinnerung an den Nikolaus, obwohl sie in den 70er Jahren entstanden ist, eher einem Bild aus den 40ern: Schwarz/weiss mit harten Kontrasten, einfach unangenehm.</p>
<p>Der Mensch nimmt die Umwelt mit seinen fünf Sinnen wahr: mit den Augen, den Ohren, mit allen Teilen seines Körpers, mit der Nase und mit dem Gaumen. Die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neurolinguistische_Programmierung">neurolinguistische Programmierung</a> (NLP), eine nicht <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Neurolinguistische_Programmierung#Kritik" target="_blank">unumstrittene</a> Sammlung von Kommunikationstechniken und Mustern zur Analyse von Wahrnehmung, kürzt diese fünf Kommunikationskanäle mit VAKOG ab (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch und gustatorisch).</p>
<p>Diese Kommunikationskanäle werden nicht gleichwertig eingesetzt. in der Regel werden ein oder zwei Sinneskanäle bevorzugt verwendet. Hierbei handelt es sich häufig um visuelle Repräsentationen, da diese in unserer durch Fernsehen, Internet und Werbung geprägten Umwelt am besten entsprechen.</p>
<p>Bei visuell geprägten Menschen wird auch die Erinnerung primär visuell gespeichert, eben in Bildern und nicht so sehr in Tönen, Gefühlen oder Gerüchen und Geschmäcken. Gemäss NLP kann nun einen Erinnerung verändert werden, in dem man die sogenannten <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Submodalit%C3%A4t" target="_blank">Submodalitäten</a> verändert, also eine weitere, feinere Unterteilung der Wahrnehmung vornimmt.</p>
<p>Eine Liste visueller Submodalitäten sieht unter anderen folgende Eigenschaften vor: Schwarz/weiss oder farbig, Tageszeit und Jahreszeit, den Lichteinfall, die Perspektive, die Unterscheidung heller und dunkler Teile, die Grösse und die Form des Bildes, den Kontrast, Schärfe oder Unschärfe, Entfernung des Bildes, dargestellte Bewegung etc.</p>
<p>Eine Methode des NLP besteht darin, sich unangenehme Erinnerungen klein, unscharf und mit wenig Farbe vorzustellen. Angenehme und erwünschte Bilder sollen hingegen gross, klar, scharf, farbig und plastisch vor das innere Auge projiziert werden.</p>
<p>Die in den 70er Jahren aufkommende <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Farbfotografie" target="_blank">Farbfotografie</a> war perfekt dafür, diese Zeit visuell als angenehm in Erinnerung zu behalten. Sie hat damit die Zeit der harten schwarz/weiss-Aufnahmen mit Rahmen abgelöst.</p>
<p>In den 90er Jahren dann hat die Digitalfotografie ihren Siegeszug angetreten. Eines ihrer Merkmale ist, dass digitale Aufnahmen in hoher Auflösung sehr realitätsnah und detailgetreu gemacht werden können. Vorbei war also die Zeit, wo Fotos die Idealisierung der Vergangenheit förderten. Dies ist erst in letzter Zeit wieder möglich, dank Foto-Apps für Smartphones, wo Aufnahmen mit zahllosen Filtern und Effekten verfremdet werden können. Allen voran ist hier Instagram zu nennen, eine Smartphone-App (für <a href="https://play.google.com/store/apps/details?id=com.instagram.android" target="_blank">Android</a> und <a href="http://search.itunes.apple.com/WebObjects/MZContentLink.woa/wa/link?path=apps%2finstagram" target="_blank">iOS</a>), deren Siegeszug mit dem <a href="http://www.zeit.de/digital/mobil/2012-04/facebook-instagram-mobile-community" target="_blank">Kauf</a> durch Facebook für eine Milliarde Dollar einen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat.</p>
<p>Foto-Apps für Smartphones bieten die Möglichkeit, Fotos mit vordefinierten Filtern zu verändern. Diese Effekte erinnern an die visuellen Submodalitäten von NLP. Sie verändern die Sättigung, die Kontraste, mit tilt/shift  und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weichzeichnen" target="_blank">Weichzeichnungs</a>-Effekten entstehen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Miniature_faking" target="_blank">Miniatur-Landschaften</a> etc.</p>
<p>Der Hauptgrund aber, weshalb Instagram soviel Wert ist (zumindest für Facebook) ist die Möglichkeit, dass man mit dieser App Fotos teilen kann. Benutzer zeigen sich also gegenseitig ihre Bilder der Welt. Die Darstellungsmöglichkeiten beeinflussen wiederum unsere Wahrnehmung – das zeigt ein Blick in die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bildende_Kunst" target="_blank">Kunstgeschichte</a> eindrücklich: So kommt beispielsweise die perspektivische Darstellung erst in der Renaissance auf und in dieser Zeit beginnt man auch, einen Standpunkt zu haben (mehr dazu in meinem Post <a href="http://blog.markdot.com/die-vierte-dimension/" target="_blank">Die vierte Dimension</a>).</p>
<p>Und das stimmt optimistisch, denn wenn unsere Welt farbenstark, kontrastreich und weichgezeichnet dargestellt wird, dann lässt uns das die Welt in angenehmer Weise wahrnehmen, als einen Ort, an dem man gerne ist.</p>
<p style="text-align: center;">War es richtig schön und toll,<br />
Denk es gross dir, farbig, satt.<br />
War es schlimm und kummervoll,<br />
Mach es klein, schwarz/weiss und matt.</p>
<p style="text-align: right;">18/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=703&amp;md5=883e0392944150d06b80a5fe2397177d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mystische Erfahrungen mit Twitter</title>
		<link>http://blog.markdot.com/mystische-erfahrungen-mit-twitter/</link>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 18:56:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich las kürzlich mal wieder in einem Buch von einem meiner Lieblings-Philosophen, Alan Watts, über die Illusion des Ich &#8211; naja, der Mensch lebt ja bekanntlich nicht vom Brot allein&#8230; Alan Watts plädiert darin für ein grundlegend neues Verständnis unserer Existenz. Das Buch wurde 1966 geschrieben, also kurz vor der Erfindung des Internets. Genau vierzig [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://blog.philippkeusen.com/"><img class="size-medium wp-image-695 alignleft" title="Tramkabel-Netz" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Tramkabel-Netz-300x300.jpg" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p>Ich las kürzlich mal wieder in einem Buch von einem meiner Lieblings-Philosophen, <a href="http://alanwatts.com/" target="_blank">Alan Watts</a>, über die <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442217172/ref=as_li_ss_tl?ie=UTF8&amp;tag=idomethod-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=19454&amp;creativeASIN=3442217172" target="_blank">Illusion des Ich</a> &#8211; naja, der Mensch lebt ja bekanntlich nicht vom Brot allein&#8230;</p>
<p>Alan Watts plädiert darin für ein grundlegend neues Verständnis unserer Existenz. Das Buch wurde 1966 geschrieben, also kurz vor der Erfindung des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Internet" target="_blank">Internets</a>. Genau vierzig Jahre später, am 21. März 2006, wurde der erste Tweet durch den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter" target="_blank">Twitter</a>-Mitgründer Jack Dorsey verschickt.</p>
<p>Beim Wiederlesen des Buches ist mir aufgefallen, dass viele der Anregungen von Watts mit Twitter umgesetzt und auch für ein philosophisch uninteressiertes Publikum erkennbar gemacht wurden. Wir sind heute in der Lage, mit Hilfe von Twitter eine <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mystische_Erfahrung" target="_blank">mystische Erfahrung</a> zu machen – oder vorsichtiger ausgedrückt: zu erahnen.</p>
<p>Watts bezieht sich auf die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vedanta" target="_blank">Vedanta</a>, eine 2’800-jährige Richtung der indischen Philosophie. Deren Grundanliegen besteht darin, durch Versuche und Erfahrungen die Illusion zu zerstören, der Einzelne sei ein isoliertes Ich. Letztlich ist alles eins und untrennbar miteinander verbunden. Das können wir im Internet ganz deutlich erleben. Was immer wir tun, wir tun es zwangsläufig im Netz. Alles hängt mit allem Zusammen. Bewegungen (Movements) und Hypes (mehr dazu habe ich <a href="http://blog.markdot.com/hype/" target="_blank">hier</a> geschrieben) entstehen, weil das Netz es so will. Überdies, das zeigt uns beispielsweise Derek Sivers in seinem sehenswerten <a href="http://www.ted.com/talks/lang/en/derek_sivers_how_to_start_a_movement.html" target="_blank">Ted-Talk</a>, wird die Rolle des Erzeugers eines Hypes, des Leaders, massiv überschätzt. Sievers argumentiert sehr anschaulich, dass es erst die Anhänger sind, der einen „einsamen Irren“ zu einem Leader machen. Es ist nicht der Leader, der eine Bewegung verursacht, es sind die Anhänger. Auch hier ist es also nicht das isolierte Ich, dass etwas bewirkt (auch wenn dass all die Internet-Stars gerne hätten), sondern die Gesamtheit.</p>
<p>Twitter generiert immer wieder Hypes und zeigt damit immer wieder, dass dafür nicht jemand alleine verantwortlich sein kann, sondern Twitter insgesamt, alle Twitterer zusammen. Und solche Hypes haben durchaus Sprengpotential, wie man das im Iran 2009 oder im arabischen Frühling 2011 sehen konnte.</p>
<p>Watts argumentiert weiter, dass wir mit unserer bewussten Aufmerksamkeit die Welt fragmentieren. Gemäss Vedanta ist alles Eins, aber wir zerlegen sie fortwährend in getrennte Dinge, Ereignisse, in ursächliche Zusammenhänge. Wir wählen dazu aus, was uns interessant und wichtig erscheint und benennen diese Dinge dann. Unsere bewusste Aufmerksamkeit ist deswegen gleichzeitig Ignoranz. Sobald wir die bewusste Aufmerksamkeit auf etwas richten, blenden wir dabei (zwangsläufig) ganz viele andere Sachen aus. Wo ist das augenfälliger als auf Twitter? Die dort in jedem Augenblick publizierte Fülle an Tweets kann gar nicht in ihrer Gesamtheit erfasst werden, man muss auswählen und bezeichnen. Letzteres macht man auf Twitter mit dem Hashtag #.</p>
<p>Damit wird klar, dass Gegensätze bloss unterschiedliche Ansichten derselben Sache sind. Ohne Ignoranz kann es keine Aufmerksamkeit geben – ohne Dunkel kein Licht, ohne Geräusche keine Stille und ohne Tod auch kein Leben.</p>
<p>Twitter als zugespitztes Beispiel des World Wide Web wird also zur Religion der westlichen Welt im beginnenden dritten Jahrtausend. Und die Bibel dieser Religion ist das Smartphone. Es verkündet Wahrheit und Sinn. Was andere Kulturen mit der Religion geschafft haben, das schafft unsere Kultur die Wissenschaften und die Technik, deren populärer Höhepunkt das World Wide Web, betrachtet durch ein Smartphone ist.</p>
<p>Überflüssig zu erwähnen, dass ich das Buch von Watts mit der <a href="http://www.amazon.com/gp/feature.html?ie=UTF8&amp;docId=1000493771" target="_blank">Kindle-App</a> auf meinem Smartphone gelesen habe&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">Wir unterliegen eben schon<br />
Einer grossen Illusion<br />
Und glauben unser &#8218;Ich&#8216; getrennt<br />
Vom Erdenrund und Firmament.</p>
<p style="text-align: right;">17/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=688&amp;md5=d05700a7fe781ab7c27d0604df5210e6" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wir sind im Innern des Computers</title>
		<link>http://blog.markdot.com/wir-sind-im-innern-des-computers/</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Apr 2012 19:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[markdot]]></dc:creator>
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		<category><![CDATA[Computer]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich mag es, die Perspektive zu wechseln. Das bringt Abwechslung und Abwechslung macht Spass. Da ich den Kopfstand nicht kann, muss ich die Perspektive halt gedanklich wechseln. Zum Beispiel in diesem Gedicht: Ein Fahrstuhl hoch ins Welten-All, Den wünschte man sich manches Mal. Es gibt ihn schon, sag ich euch munter, Doch reicht er nicht [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_662" style="width: 310px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://pinterest.com/grafdal/"><img class="size-medium wp-image-662" title="Computerinnereien" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/04/Computerinnereien-300x298.jpg" alt="" width="300" height="298" /></a><p class="wp-caption-text">http://pinterest.com/grafdal/</p></div>
<p>Ich mag es, die Perspektive zu wechseln. Das bringt Abwechslung und Abwechslung macht Spass. Da ich den Kopfstand nicht kann, muss ich die Perspektive halt gedanklich wechseln. Zum Beispiel in diesem Gedicht:</p>
<p style="text-align: center;">Ein Fahrstuhl hoch ins Welten-All,<br />
Den wünschte man sich manches Mal.<br />
Es gibt ihn schon, sag ich euch munter,<br />
Doch reicht er nicht zu uns herunter.</p>
<p>So weit, so gut. Auch wenn dieser Fahrstuhl die Erde noch nicht erreicht hat, ist der Mensch in seiner Wahrnehmung doch der Beherrscher der Welt. Das sieht man auch an kleinen, alltäglichen Begebenheiten. Beispiel: Der Hund und sein Herrchen. Klar, das Herrchen beherrscht den Hund, schliesslich gehorcht dieser ja auf die „Platz“, „Sitz“, „Fuss“ und weiteren Befehle. Wenn wir aber die Perspektive wechseln und in die Rolle des Hundes schlüpfen, dann könnte man dieses Verhältnis auch ganz anders sehen. Der Hund macht sein Geschäft auf die Strasse, und Herrchen eilt mit einem Plastikbeutel herbei und entsorgt das Häufchen. Ich meine, wir würden sie sich fühlen als Hund?</p>
<p>Ähnlich sieht es aus mit Smartphones. Im Gegensatz zu einem Hund hat da ja jeder mindestens eins davon. Und ähnlich wie beim Hund sind auch hier die Verhältnisse nicht ganz klar.</p>
<p>Ich habe mein Mobiltelefon vor ein paar Tagen im Zug liegen lassen. Was glauben sie, wie man sich da fühlt? Für mich wäre es weniger schlimm gewesen, wenn ich ohne Kleider auf den Bahnhofplatz getreten wäre. Dieses Gefühl der Nacktheit, der völligen Hilfslosigkeit, dass mich angesichts des Verlustes meines mobilen Telefons überfiel, hat mich nachdenklich gemacht.</p>
<p>Es drängt sich schon die Frage auf, ob wir unsere Computer beherrschen, oder ob sie uns beherrschen. Ich glaube letzteres ist der Fall. Die Geräte haben uns mittlerweile so weit, dass wir uns nicht mehr gut fühlen, wenn sie nicht verfügbar sind. Schlimmer noch, unser Leben hängt davon ab, dass sie funktionieren, da es bestimmt ist von Geräten mit Computerchips. Ohne sie geht nichts mehr, weder die Kaffeemaschine am morgen, noch die Post, die Bahn, die Lichtsignalanlage, es gäbe keine gedruckten Zeitungen, kein Essen, kein gar nichts.</p>
<p>Die virtuelle Welt beherrscht also unser Leben in der sogenannten Wirklichkeit. Heerscharen von menschlichen Arbeitnehmern sind darauf abgerichtet, die virtuelle Welt aufrecht zu erhalten. Menschen stellen Computer her, unterhalten die Mobilfunk- und anderen Netzwerke, entwickeln die Computertechnologie weiter. Alle anderen verbringen den grössten Teil des beruflichen Lebens damit, die virtuelle Welt zu füttern – an wessen Arbeitsplatz steht den heutzutage kein Computer mit Internetzugang? Auch unser privates Leben dient zunehmend dem Internet. Jede und jeder ist in mehreren sozialen Netzwerken präsent. Aber nicht nur Menschen werden im Cyberspace vernetzt. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/RFID">RFID</a> sind ein Beispiel dafür, wie zunehmend jedes physische Ding eine Repräsentation im Internet erhält.</p>
<p>So gesehen sind wir im Inneren eines riesigen Computers und halten diesen und den durch ihn erzeugten Cyberspace am Laufen.</p>
<p>Ist das wirklich so? Wohl nicht, aber sicher ein spannender Perspektivenwechsel.</p>
<p>Übrigens habe ich mein Mobiltelefon wieder bekommen. Dank dem online Fundbüro der Schweizerischen Bundesbahnen&#8230; &#8211;</p>
<p style="text-align: center;">&nbsp;</p>
<p style="text-align: center;">Wechselt man die Perspektive,<br />
Gibt dem Leben das mehr Tiefe.<br />
Man erkennt Zusammenhänge,<br />
Lernt auch sonst ne ganze Menge!</p>
<p style="text-align: right;">15/52</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=661&amp;md5=2574e87a187885aa359d4dbc44b069fb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Gott und die Software</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Mar 2012 18:33:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Im aktuellen Wired gibt es ein Interview von Kevin Kelly mit George Dyson. Dyson ist in den 50er Jahren in Princeton aufgewachsen, und hat dort schon als Kind die „Proto-Hacker“ und frühen Computer-Genies Alan Turing und John von Neumann kennen gelernt. Dyson sagt über den Computerpionier Alan Turing folgendes: Turing, as a 23-year-old graduate student, [&#8230;]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Im aktuellen Wired gibt es ein <a href="http://www.wired.com/magazine/2012/02/ff_dysonqa/all/1" target="_blank">Interview</a> von Kevin Kelly mit George Dyson. Dyson ist in den 50er Jahren in Princeton aufgewachsen, und hat dort schon als Kind die „Proto-Hacker“ und frühen Computer-Genies Alan Turing und John von Neumann kennen gelernt. Dyson sagt über den Computerpionier Alan Turing folgendes:</p>
<p style="padding-left: 60px;"><em><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/quote-minion.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-585" title="quote-minion" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/quote-minion.gif" alt="" width="100" height="79" /></a>Turing, as a 23-year-old graduate student, derived the principles of modern computation more or less by accident—as a byproduct of his interest in something called the Decision Problem. It can be stated as: Is there a formula or mechanical process that can decide whether a string of symbols is logically provable or not? Turing’s answer was no. He restated the answer in computational terms by showing that there’s no systematic way to tell in advance what a given code is going to do. You can’t predict how software will behave by inspecting it. The only way you can tell is to actually run it. </em></p>
<p>Der junge Turing hat also mathematisch bewiesen, dass es unmöglich ist vorherzusagen, was eine Software machen wird. Man müsse die Software ausführen, um das zu erfahren. Und je grösser, mächtiger eine Software ist, desto mehr Zeit braucht es um herauszufinden, wie sie reagieren wird. Unsere heutigen komplexen Computersysteme, die zudem noch global vernetzt sind, sind also eine Wundertüte. Niemand kann präzise vorhersagen, wie sie reagieren werden.</p>
<p><a href="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/screen.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-586" title="screen" src="http://blog.markdot.com/wp-content/uploads/2012/03/screen-300x286.jpg" alt="" width="300" height="286" /></a>Software, Computercode, ist also fundamental unberechenbar. Das ist einerseits beunruhigend, denn irgendwann kann irgendetwas passieren, von dem niemand auch nur die geringste Ahnung hatte im Voraus.</p>
<p>Beruhigend daran ist hingegen, dass es damit also unmöglich ist, dass es je eine Instanz geben wird, die unser digitales Leben (und damit natürlich zunehmend unser Leben insgesamt) kontrollieren kann. Weder eine menschliche noch eine digitale. Und zwar nicht aus politischen, sondern aus mathematischen Gründen! Es wird also immer Code geben, der Unvorhergesehenes machen wird. Das digitale Universum bleibe eine Wildnis, die nur teilweise zähmbar sei, sagt Dyson. Und das halte ich für sehr beruhigend!</p>
<p>Jetzt kann man diese Aussage auch dazu benutzen, philosophisch zu grübeln und Parallelen zu ziehen: Die Wissenschaften und die Technik die Religion in unserer Gesellschaft abgelöst, verdrängt und ersetzt. Antworten auf die „letzten Fragen“ suchen wir primär in der Wissenschaft. Sie ist das Denksystem, mit deren Hilfe wir unser Weltbild konstruieren. Mit der Mathematik könnte es nun möglich werden, die Widersprüche, die sich zwischen Wissenschaft und der (christlichen) Religion auftaten, zu schliessen. Mehr noch, man könnte damit letzte Fragen plötzlich beantworten, zumindest eine davon:</p>
<p style="text-align: left;">Während Jahrhunderten haben die Menschen nämlich versucht, die Existenz bzw. nicht-Existenz Gottes zu beweisen. Dieser Disput erscheint dank Turings Beweis in einem neuen Licht: Gott kann als der Ur-Programmierer von uns allen und vom Universum insgesamt angeschaut werden. Er hat seiner Schöpfung gewisse Prinzipien und Konstanten mitgegeben, gewisse Algorithmen, die wieder und wieder ausgeführt und repliziert werden, beispielsweise sogenannte Naturgesetze oder auch die Gene. Das Universum besteht also aus Software und Hardware, die so geschickt verbunden sind, dass sie sich gegenseitig beeinflussen können. Letztlich ist Hardware auf Software reduzierbar – dazu habe ich in einem früheren Blogpost unter dem Titel <a href="http://blog.markdot.com/substance-and-form/?lang=en">Substance and Form</a> geschrieben: <em>hardware becomes simply a variety of software</em>.</p>
<p>Aber, und das ist die grosse Erkenntnis, die Turing mathematisch bewiesen hat: Gott kann uns nicht beherrschen, weil seine Software eben auch unberechenbar ist – aus zwingenden mathematischen Gründen. Ist das nicht einfach eine sehr intelligente Antwort auf die Frage nach Gott? Es gibt ihn, aber er kann seine Schöpfung nicht beherrschen – und schaut uns vielleicht staunend zu&#8230;</p>
<p style="text-align: center;">Auch für das digitale Leben<br />
Hat mathematisch sich ergeben,<br />
Dass niemand es beherrschen kann:<br />
Weder ein Gott noch ein Tyrann!</p>
<p style="text-align: right;">9/52</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
 <p><a href="http://blog.markdot.com/?flattrss_redirect&amp;id=583&amp;md5=ab8d033929eddab1547b5475a069deb3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://blog.markdot.com/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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